UNSER VATER IM HIMMEL
DU bist der wahre Vater -
lass mich das erkennen und
lass es mich täglich spüren,
denn ich möchte wahrhaftig
Dein Kind sein und bleiben.
DU bist im Himmel -
lass mich zu Dir kommen, und
hilf mir, meinen Mitmenschen
ein Himmel zu sein.
DEIN NAME WERDE GEHEILIGT
Gib, dass mir Dein Name
heilig ist und heilig bleibe.
Heilige mich um Deines Namens willen.
Lass mich stets nach der
Heiligung des Herzens streben,
und hilf mir, Deines Namens würdig
zu leben und zu handeln.
DEIN REICH KOMME
Nimm mich bitte voll Barmherzigkeit
in Deinem Reiche auf, und lass Deine
Herrschaft der Liebe und Gnade,
des Vergebens und Versöhnens,
auch in meinem Herzen heute schon
Wirklichkeit werden.
DEIN WILLE GESCHEHE
WIE IM HIMMEL SO AUF ERDEN
Erfülle Deinen Willen zu gnädiger Vollendung
an meiner Seele, und gib mir die Kraft,
Deinen Willen allezeit demütig anzunehmen.
Lass mich meinen Eigenwillen ablegen,
und dafür mein Leben so gut es geht
in Einklang mit Deinem Willen stehen.
Lass mich erkennen, dass Dein Wille es ist,
der mein ewiges Heil bereitet, gerade dann,
wenn es so gar nicht danach aussieht.
Hilf mir, hier auf Erden nach Deinem Willen
zu leben, zu denken, zu reden und zu tun,
damit ich in den Himmel - zu Dir - komme.
UNSER TÄGLICHES BROT
GIB UNS HEUTE
Vater, lass mich zufrieden sein mit dem,
was ich aus Deiner Hand empfangen habe.
Lass mich nicht nach Vergänglichem trachten
und nach Materialistischem streben, weil
das meine Seele niemals zu Dir bringen kann.
Ich möchte bemüht sein, in Herz und Seele
von Dir reich gemacht zu werden.
Schenke mir Du, was ich bis morgen brauche,
und lass mich in meiner Hybris nicht
weiter Pläne ohne Dich schmieden,
da ich doch gar nicht weiß,
wieviel Zeit Du mir noch zugedacht hast.
UND VERGIB UNS UNSERE SCHULD
WIE AUCH WIR VERGEBEN
UNSERN SCHULDIGERN
HERR, lass mich Dir meine Sündenschuld
voller Reue, Demut und Bußfertigkeit bekennen,
und stärke meinen Willen, mich zu ändern.
Tilge meine Sünden, vergib mir, sonst
ist meine Seele dem Tode verfallen.
Mache mich bereit, meinen
Mitmenschen zu vergeben,
auch wenn ich sie nicht leiden kann.
Stärke mich dazu in der Liebe Christi,
und lass mich nicht aus Berechnung,
sondern aus Liebe und Mitgefühl vergeben,
da ich mich sonst vielleicht verrechne, und
meine Rechnung am Ende nicht aufgeht.
Deinem Sohn möchte ich gleich werden,
drum lass mich Deine Gnade annehmen
und hilf mir, ihrer würdig zu leben.
UND FÜHRE UNS NICHT IN VERSUCHUNG
Es gibt so viele Versuchungen;
hilf mir, dass sich mich nicht überwältigen.
Lass mich vom Satan nicht mehr versucht werden,
als ich Kraft habe, ihm in der Seele und
im Herzen Widerstand zu leisten.
Lass mich Versuchungen erkennen und
ihnen aus dem Wege gehen.
Und wenn sie mir nachstellt,
so lass mich im Gebet zu Dir und
in die Arme Christi fliehen.
Sende mir vor und in jeder Versuchung
einen Engel, der mich stärkt und mir hilft.
SONDERN ERLÖSE UNS
VON DEM BÖSEN
HERR, Du ewiger, allvermögender und
allein heiliger Gott, löse Du mich
aus der Macht des Teuflischen,
gib mir Deine Gedanken ins Herz,
lass mich Übel und Sünde meiden,
und hilf mir, das Böse aus meinem Herzen
und aus meinem Leben möglichst zu verbannen.
Es wird mir nicht gelingen, sündlos zu bleiben,
darum erlöse mich durch die rettende Kraft
meines Heilands, der Dein Christus ist.
DENN DEIN IST DAS REICH
Lass mich Deine Herrschaft anerkennen,
und hilf mir, mich von Dir regieren zu lassen,
so dass Deine Königsherrschaft in
meinem Leben schon Realität wird.
Sende mir Deinen Sohn bald, damit
ich mit IHM in Dein Reich eingehen darf.
UND DIE KRAFT
Durch den Heiligen Geist möge mir
in Wort und Sakrament immer neu
Deine himmlische Vollendungskraft,
die Kraft zum Überwinden, die Kraft
aus dem Evangelium Jesu Christ zufließen.
Sei Du, Allvermögender, in meiner
schwachen Kraft mächtig zur Liebe.
UND DIE HERRLICHKEIT
Lass die Fülle Deiner Herrlichkeit
in meinem armen Leben offenbar werden,
lass mich in Deine Herrlichkeit eingehen,
wie Du Jesus Christus dahin erhoben hast,
lass mein Wesen und mein Lieben schon hier
Abglanz Deiner Herrlichkeit und Fülle sein.
IN EWIGKEIT
Lass mir meine Vergänglichkeit
jeden Tag neu bewusst sein,
lass mich nach Deiner Gabe,
dem ewigen Leben, streben.
Lass mich ewig bei Dir sein,
mach mich ewig dankbar,
lass mich ewig Deinen Namen preisen,
Dich loben und ehren, hilf mir,
in Deiner ewigen Liebe zu bleiben,
denn so bleibe ich in Dir
und Du in mir - für alle Ewigkeit.
AMEN
So soll es werden, sein und bleiben.
Dazu will ich mich bekennen,
daran will ich mit aller Kraft arbeiten,
das mögest Du liebreich schenken,
Du herrlicher, gnädiger Gott.
© urs-leo
Der Glaube beeinflusst das Leben und das Leben zeigt den Glauben. Der Glaube kann das Leben tragen; aus dem Leben wird so das Glaubensleben. Mein Leben soll von Glauben erfüllt sein, mein Glaube soll lebendig sein, er soll mich durchs Leben tragen. Ich will im Leben bewusst glauben, will daher auch meinen Glauben bewusst leben. Das heißt, ich möchte ein Glaubensleben - also ein Leben im, mit, aus und durch den Glauben - führen. Was mich dabei bewegt und anspricht, veröffentliche ich hier.
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Herzlich willkommen! Ich lade Sie ein, hier über das oben Beschriebene zu lesen und das alles auch zu kommentieren. Wenn mein Blog Sie anspricht, wenn Ihnen meine Texte und Veröffentlichungen gefallen, wenn Sie das hier Gelesene für bedenkenswert halten, und vielleicht sogar der Ansicht sind, dass auch andere das lesen oder erfahren sollten, dann empfehlen Sie meinen Blog doch bitte weiter. Auf jeden Fall freue ich mich, dass Sie hier vorbeigeschaut haben. Vielleicht haben Sie ja Lust, mich hier wieder einmal zu besuchen. Gott möge Sie segnen!
Donnerstag, 17. November 2011
Freitag, 11. Juni 2010
Das Geheimnis Christi erkennen - Gedanken zu Kolosser 2, 1-3
Das Bestreben Pauli ist es, die Gemeinden (und alle Gläubigen in ihnen) zu stärken und in der Liebe zu vereinen. Dabei benutzt der Apostel hier ein besonderes Verbum, das in uns Bekanntes anklingen lässt. Er verwendet das griechische „parakalein“, das wörtlich eigentlich „herbeirufen“ bedeutet. Die Lutherbibel von 1984 übersetzt das mit „stärken“, es kann aber je nach Zusammenhang eben auch „ermahnen“ oder „trösten“ meinen. Und dabei wurde damals keine Diskrepanz zwischen „ermahnen“ und „trösten“ gesehen; man empfand die Ermahnung nicht als Maßregel, sondern durchaus als Trost. Der Trost wurde auch nicht als Reaktion auf etwas Verweichlichtes, Weinerliches betrachtet, sondern als Stärkung und Aufrichtung im Geiste und im Herzen. Demnach wäre die zutreffende Übersetzung hier eher: „ihren Herzen Zuspruch geben“. Der Wortstamm des Verbums ist uns bereits von „Parakletos“ bekannt, der Bezeichnung des Heiligen Geistes als Tröster, Ermahner und Fürsprecher.
Diese ermahnende Tröstung soll aber nicht allein stehen, sondern sie soll Hand in Hand gehen mit dem Zusammenfügen der Herzen in der Liebe. Wie kann das geschehen? Der Geist Gottes ist durch den Apostel der Mahner und Tröster der Gemeinden. Dieser wirksame Heilige Geist bewirkt – wie Paulus es hier ausdrückt - „allen Reichtum an der vollen Gewissheit des Verständnisses“ (Anm.: Lutherbibel 1984 übersetzt hier: „allen Reichtum an Gewissheit und Verständnis“). Dieser Reichtum ist den Menschen von Gott in Christus geschenkt. Durch Christum haben wir die Gewissheit der Sündenvergebung und der Auferstehung, des Sieges über Tod und Hölle. Christus führt uns zum Vater, und der von ihm gesandte Paraklet (Gott Heiliger Geist) erschließt uns das Verständnis, da er selbst die Tiefen der Gottheit ergründet. Bestreben des Apostels ist es, die Gemeinden zu Christus, welcher der Weg ist zu Gott, dem Allerhöchsten, zu führen. Gott aber ist Liebe; und wer in der Liebe bleibt, der bleibt in Gott und Gott in ihm. Diese Gottesgemeinschaft mit dem Vater, dem Sohn und dem Heiligen Geist ist es, die unser Leben mit Reichtum aus der göttlichen Kabod-Herrlichkeit erfüllt, die uns Gewissheit und Sicherheit verleiht und uns das Verständnis für Gott uns sein Wirken öffnet. Also das Göttliche in uns – die Liebe – soll im Verbund mit der tröstenden Ermahnung des Heiligen Geistes in unseren Seelen verändernd etwas ausrichten und bewirken.
Wir sollen nämlich das Geheimnis Gottes, der Christus ist, erkennen. Da geht es nicht um Teilhabe an esoterischem Wissen, sondern um ein Erkennen und ein Erkannt-werden gleichermaßen. Wir haben Teil am Herrn, erfassen die Tiefe und Breite seiner Wirkung an unserer Seele, denn in IHM, dem Heiland und Retter, dem Erlöser, ist das göttliche Geheimnis offenbart. Der Dichter drückt es mit den Worten aus: „Sein Geheimnis heißet Gnade!“ Die Liebe Gottes, die in Christus uns geschenkt ist, befreit uns von der Sünde, erlöst uns vom Tode, führt in die (ewige) Gemeinschaft mit Gott und erschließt uns alle Erkenntnisse, lässt uns vordringen in die Tiefen göttlicher Weisheit. Das gießt der Herr aber nicht „mit der Gießkanne“ über uns aus, sondern hier ist auch von unserer Seite etwas zu erbringen – ein offenes, liebevolles, versöhnliches, reines, ein neues Herz. Und wenn wir bereit sind, die ganze Kraft unserer Seele, den ganzen Glauben, all unsere Hoffnung, das Vollmaß an Liebe, die Bereitschaft, uns Gottes Geist und seinem Wirken völlig zu öffnen und zu ergeben, dann werden wir das Geheimnis Gottes, das Mysterium Jesu Christi, ergründen und die darin verborgenen Schätze heben und uns aneignen können. In IHM, in Christus, sollte nach Gottes Wohlgefallen alle vollkommene Fülle leibhaftig wohnen. Von dieser Fülle können wir – nach den Worten des Johannes-Prologs – „Gnade um Gnade nehmen“.
Es ist ein Reichtum, ein Schatz an Weisheit und Erkenntnis, dass ich unter Gottes Wort und Gnade mein ganzes Leben (Denken, Reden, Tun) noch rechtzeitig (also innerhalb der von Gott bemessenen Zeit der Gnade) ändern kann. Ich halte es für einen Reichtum des Verständnisses, zu wissen: Gott will, dass allen Menschen geholfen werde, und sie zur Erkenntnis der Wahrheit (= Christus) kommen! Es ist ein unvorstellbarer Reichtum, gewiss sein zu dürfen: In Christus ist Gott Mensch geworden, um uns mit sich zu versöhnen; ER hat Fleisch angenommen, um das Fleischliche, Vergängliche, Verwesliche (im Menschen) völlig zu überwinden und es zum (ewigen) Leben zu führen.
Es wirkt das alles aber nicht nur am Einzelnen, sondern es wirkt sich auf die Gemeinden aus. Wenn die Herzen aller sich ganz zu Christus erheben, wenn sie (s)eines Sinnes sind, dann sind sie wahrhaft „in der Liebe zusammengefügt“. In Sinn und Geist Christi offenbar zu werden, stärkt das Herz, fügt zusammen in Liebe und erfüllt mit dem Reichtum der Gewissheit der Wiederkunft Jesu Christi, sowie mit dem Verständnis für die Macht seines Opfers. Das ist ein enormer Schatz an Weisheit (weil es Konsequenzen für unser ganzes Sein haben muss) und führt zur Erkenntnis Gottes. Wir sprechen dabei oft vom „Begreifen“; nehmen wir das durchaus wörtlich: ergreifen wir Gott in seiner Erkenntnis bewirkenden Selbstoffenbarung.
Die Liebe – als das Wesen des Allerhöchsten – hält die Gemeinden zusammen und bringt sie voran in der Erkenntnis (des Guten, Wahren, Ewigen und Bleibenden) durch die Wirkungen des aus dem Vater und dem Sohn hervor gehenden Parakleten (Tröster, Ermahner, Fürsprecher). Vertiefen wir uns also ins Evangelium – in die „Frohe Botschaft von der Erlösung des Menschen durch Jesus Christus, unseren Herrn“! Der Geist offenbart den Reichtum, der in Christus liegt. Das Verständnis für das Geheimnis der Gnade macht uns liebevoll und versöhnlich. Da in Jesu Fleisch und Blut das ganze Geheimnis Gottes liegt und an (und in) uns offenbar wird, liegt in der Gemeinschaft im Heiligen Abendmahl der Schlüssel zur Gemeinschaft mit Gott und Christus, damit auch zur völligen Erkenntnis der Gottheit und damit zur Vollendung.
Diese Weisheit und diese Erkenntnis trösten, stärken, fügen zusammen. Doch wie immer bei Gott – ich wiederhole es nochmals – ist das kein Automatismus, sondern es fordert uns als Christenmenschen in unserem ganzen Sein. Aber wenn wir immer mehr und immer tiefer in die Erkenntnis Christi eindringen, dann wird das Bild nach und nach immer klarer. Und wenn wir es schließlich ganz erkennen – von Angesicht zu Angesicht, - dann stellen wir fest, dass wir erkannt werden, durch und durch in aller Klarheit und Schönheit und Herrlichkeit. Das ist der Moment, wo wir auf ewig beim Vater und beim Sohn sind und bleiben; das ist Vollendung.
Gedanken über das Gebet
Zum Leben eines wahrhaft gläubigen Christen gehört das Gebet, die Zwiesprache mit Gott. Es ist an keine Form oder Regel gebunden, denn Gott versteht auch unser Stammeln und weiß um die stummen Seufzer des Herzens. Nun könnte man aber – aus rein menschlicher Sicht – einwenden, dass, wenn Gott doch alles weiß, der Mensch ja gar nicht zu beten bräuchte. Dieser Einwand kommt meist aus der Vorstellung, das Gebet sei ein Monolog des Gläubigen, quasi eine Art „frommes Selbstgespräch“. Das ist aber nicht so, denn Gott wendet sich uns liebevoll zu und hört unser Beten. Wäre dieses Beten nur eine „einseitige Sache“, könnten wir uns unsere Gebete wirklich „sparen“. Es könnte diese Art innerer Einkehr eventuell eine autosuggestive Wirkung haben und vielleicht unser Gewissen beruhigen, aber sie ginge über unser Gedankenfeld oder den Raum, in dem wir uns dabei befinden, nicht hinaus. Wozu sollte es also gut sein, - nur zur Entlastung unseres Gewissens? Oder zur Demonstration äußerlicher Frömmigkeit? Das kann nicht der Sinn, nicht der Inhalt unseres Betens sein. Was wäre unsere Beziehung zum Höchsten, wenn wir nicht die Verbindung zu ihm, das Gespräch mit ihm, suchen würden? Kann man sich eine Familie vorstellen, in der keiner mit dem anderen redet? Zumindest eine „glückliche Beziehung“ ist so nicht vorstellbar.
In der Bibel lesen wir, dass wir Gott im Geist und in der Wahrheit anbeten müssen, wenn wir zu ihm kommen wollen. Das bedeutet: Es muss unser Wille zur Kommunikation mit Gott vorhanden sein. Unser Gebet darf nicht zu einer „frommen Gewohnheit“ degenerieren. Wir dürfen im Gebet aber auch „Klartext“ reden. Wir beten ja nicht, weil es „sich so gehört“, sondern weil es uns ein Bedürfnis des Herzens ist. In dieser Haltung führen wir dann auch kein Selbstgespräch, sondern wir wissen den Allerhöchsten gegenwärtig. Jesus Christus hat uns darin ein klares Beispiel gegeben; er hatte zu jeder Zeit ein inniges Verhältnis zu seinem Vater im Himmel. Und durch ihn stehen auch wir in diesem Kindschaftsverhältnis. Christus sprach Gott in einer sehr intimen Form an; er verwendete die Anrede „Abba“, was in der jüdischen Tradition nur höchst selten vor kam, da es die familiäre Anrede eines Kindes gegenüber seinem Vater war. Dieses Bild sagt uns, dass wir in unserem Gebet so sprechen können, wie es ein Kind mit seinem Vater („Papa“) tut. Gott bleibt deswegen der Allerhöchste, der Schöpfer, der „Unvorstellbare“, aber weil wir seine Kinder sind, wendet er sich uns voller Liebe zu, und hört, was uns bewegt. Wir dürfen ihm alles sagen, ihm „unser Herz ausschütten“. Ihn in der Wahrheit anzubeten heißt auch, dass wir in unserem Beten schonungslos ehrlich mit uns selbst sein müssen. Da können und da brauchen wir nichts zu beschönigen. Er kennt uns und weiß um unsere Not, Sorge und Last, aber eben auch um unsere Fehler und Schwächen. Schon unsere innere Haltung, die Stellung unseres Herzens zu IHM, ist Inhalt des Gebetes. Wenn uns das klar ist, können wir uns den möglichen inhaltlichen Aussagen unserer Gebete zuwenden.
Es wurde bereits erwähnt, dass unser Gebet an keine Form und Regel gebunden ist; wir können mit unserem lieben Vater im Himmel so reden, „wie uns der Schnabel gewachsen ist“. Ein umfassendes Gebet sollte folgende inhaltliche Komponenten aufweisen:
1.Die Anbetung Gottes
2.Den Dank des Herzens
3.Die Fürbitte für den Nächsten
4.Die eigenen Bitten
Nun muss nicht jedes Gebet all diese Teile beinhalten. Manchmal haben wir gerade genug Zeit, um in einem „Stoßgebet“ eine dringende Bitte, einen Hilferuf, zum Allerhöchsten zu senden. Auch ein reines Dankgebet, dass unsere Seele in Dankbarkeit zu Gott erhebt, ist von großer Schönheit. Ebenso kann es sein, dass wir einmal „nur“ in einer intensiven Fürbitte für einen geliebten, uns nahe stehenden Menschen offenbar werden. Des Weiteren ist auch das Bußgebet zu erwähnen, in dem wir dem Vater im Himmel unsere Reue über begangene Sünden sagen, unsere Bemühungen um Besserung hinein legen und um seine Hilfe flehen. Aber das sind Gebete, die man - etwas burschikos ausgedrückt - als „Sonderfälle“ bezeichnen könnte. Da wir uns doch von Gott geliebt wissen und diese Liebe erwidern wollen, werden wir regelmäßig, ja, „so oft wir nur können“, mit unserem Vater im Himmel in Verbindung treten. Und in diesen „regelmäßigen Gedankenaustausch“ mit Gott können wir alles „hinein packen“; diese Gebete können alle oben genannten inhaltlichen Teile aufweisen.
Die Anbetung beginnt schon damit, wenn wir Gott, unseren Vater, anreden. Bei alten liturgischen Gebeten fällt auf, dass an deren Anfang eine große Zahl von Anreden stehen. Das hatte den Sinn, das Herz und den Sinn der Gläubigen auf Gott zu richten, die Seele auf den Allerhöchsten zu „fokussieren“. Wenn unsere Anrede heute aus der Demut des sterblichen Menschen dem Schöpfer und Erhalter gegenüber kommt, so werden uns immer noch weitere Namen und Anreden Gottes auf der Zunge liegen. Das hat tatsächlich den Effekt, dass wir unser Herz und unseren Geist von der Außenwelt absondern und uns richtig „in Gott versenken“. Auch wenn Gott uns allezeit nahe ist, müssen wir gewissermaßen die „innere Verbindung“ zu ihm erst herstellen. Dann wird unsere Anbetung ganz von selbst in ein Loben, Preisen und Rühmen der Gnade und Liebe Gottes münden. Das soll keine „Lobhudelei“ sein, sondern diese Herzenshaltung resultiert aus der Erkenntnis der Größe und Allmacht des Ewigen, seiner Liebe zu uns, wie auch aus dem Bewusstsein unserer eigenen Kleinheit, Schwäche und Sündhaftigkeit. Anbetung und Lobpreis Gottes führen uns „automatisch“ zum nächsten Punkt.
Ein bekanntes Wort sagt: „Danken kommt von denken!“ Wenn wir uns also in der Anbetung die wahrhaft „unbegrenzten Möglichkeiten“ Gottes vor Augen führen, über ihn und sein wahres Wesen, seine Liebe, Güte und Barmherzigkeit nachdenken, dann folgt daraus ganz zwangsläufig, dass unser Herz vor Dankbarkeit übergeht. Wir werden immer neue Gründe finden, unserem lieben Vater, unserem Erlöser, Dank zu sagen für alles, was er an uns und für uns getan hat, tut und noch tun will. Sobald wir tiefer in diese Dinge einsteigen, wird es uns so vorkommen, als ob wir gar kein Ende unseres Dankes erkennen könnten. Tatsächlich können wir dem Herrn nicht „genug“ dankbar sein.
Jesus Christus hat neben der bedingungs--- und vorbehaltlosen Liebe gegen Gott die „Liebe zum Nächsten“ als das wichtigste Gebot bezeichnet. Diese Liebe zum Nächsten, der nicht immer ein uns nahe stehender Mensch sein muss, wird dazu führen, dass wir für Andere in herzlicher Fürbitte eintreten. Dabei ist es nicht von Belang, ob uns dieser „andere Mensch“ nun sympathisch ist oder nicht. Und es ist unwichtig, ob er uns „wohl gesonnen“ ist oder nicht. Die Nächstenliebe ist zunächst unsere Liebe zu einer unsterblichen Seele, für die Christus sich geopfert hat. Sie hat das seelische, geistige und körperliche Wohlergehen des Anderen im Sinn. In der Bergpredigt hat Jesus Liebe und Fürbitte sogar für die eingefordert, die wir eigentlich als „unsere Feinde“ betrachten.
Es gibt nichts, was wir in unseren Bitten nicht vor Gott bringen dürften. Wir können ihm, der höhere Gedanken über unser Leben denkt, alles - wirklich alles - darbringen. Denn es ist das Wunderbare, das Unbegreifbare, dass er nicht zu groß ist, um im Kleinsten zu sein, und nicht zu klein, um nicht noch das Größte zu umfassen. Wir dürfen ihm unsere Freude und unsere Hoffnungen sagen, unseren Schmerz, das Leid und die Lasten. Wir können ihm unseren Kampf, unsere Anfechtung, unsere Zweifel und alle Probleme der Seele entgegen bringen. Ja, selbst die Bedürfnisse des täglichen Daseins dürfen wir mit dem Allmächtigen besprechen. Das Gebet des Sohnes Gottes - das „Vaterunser“ - zeigt, dass wir tatsächlich alles erbitten dürfen. Unserem Gott ist nichts zu groß und nichts zu trivial. Er nimmt Anteil an unserem Leben und hat ein offenes Ohr für unsere Anliegen. So ist es möglich, dass wir uns mit allen Dingen vertrauensvoll an das Vaterherz wenden dürfen. Alle unsere Sorgen wollen wir auf ihn werfen, denn er sorgt für uns – nach Seele, Geist und Leib.
Ein betender Christ darf aufatmen, er steht in Verbindung mit dem Allerhöchsten und weiß sich in der Liebe, Güte, Gnade, Barmherzigkeit und Fürsorge Gottes, des Vaters, geborgen. Das ist möglich, weil wir gläubig und vertrauensvoll zu ihm aufschauen, alles in Gottes Hand legen, alles in Gottes Hand lassen und schließlich alles aus Gottes Hand nehmen. Wer im ernsten Gebet zu Gott kommt, der vermag viel, weil er den Ewigen erleben darf und Gebetserhörungen hat. Das stärkt den Glauben und festigt das Vertrauen zum himmlischen Vater. Es gibt uns innere Sicherheit und die Gewissheit, dass denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Besten dienen. In der Zwiesprache mit unserem Gott fühlen wir seine Nähe und Liebe; das lässt uns Ruhe finden für unsere Seelen.
In der Bibel lesen wir, dass wir Gott im Geist und in der Wahrheit anbeten müssen, wenn wir zu ihm kommen wollen. Das bedeutet: Es muss unser Wille zur Kommunikation mit Gott vorhanden sein. Unser Gebet darf nicht zu einer „frommen Gewohnheit“ degenerieren. Wir dürfen im Gebet aber auch „Klartext“ reden. Wir beten ja nicht, weil es „sich so gehört“, sondern weil es uns ein Bedürfnis des Herzens ist. In dieser Haltung führen wir dann auch kein Selbstgespräch, sondern wir wissen den Allerhöchsten gegenwärtig. Jesus Christus hat uns darin ein klares Beispiel gegeben; er hatte zu jeder Zeit ein inniges Verhältnis zu seinem Vater im Himmel. Und durch ihn stehen auch wir in diesem Kindschaftsverhältnis. Christus sprach Gott in einer sehr intimen Form an; er verwendete die Anrede „Abba“, was in der jüdischen Tradition nur höchst selten vor kam, da es die familiäre Anrede eines Kindes gegenüber seinem Vater war. Dieses Bild sagt uns, dass wir in unserem Gebet so sprechen können, wie es ein Kind mit seinem Vater („Papa“) tut. Gott bleibt deswegen der Allerhöchste, der Schöpfer, der „Unvorstellbare“, aber weil wir seine Kinder sind, wendet er sich uns voller Liebe zu, und hört, was uns bewegt. Wir dürfen ihm alles sagen, ihm „unser Herz ausschütten“. Ihn in der Wahrheit anzubeten heißt auch, dass wir in unserem Beten schonungslos ehrlich mit uns selbst sein müssen. Da können und da brauchen wir nichts zu beschönigen. Er kennt uns und weiß um unsere Not, Sorge und Last, aber eben auch um unsere Fehler und Schwächen. Schon unsere innere Haltung, die Stellung unseres Herzens zu IHM, ist Inhalt des Gebetes. Wenn uns das klar ist, können wir uns den möglichen inhaltlichen Aussagen unserer Gebete zuwenden.
Es wurde bereits erwähnt, dass unser Gebet an keine Form und Regel gebunden ist; wir können mit unserem lieben Vater im Himmel so reden, „wie uns der Schnabel gewachsen ist“. Ein umfassendes Gebet sollte folgende inhaltliche Komponenten aufweisen:
1.Die Anbetung Gottes
2.Den Dank des Herzens
3.Die Fürbitte für den Nächsten
4.Die eigenen Bitten
Nun muss nicht jedes Gebet all diese Teile beinhalten. Manchmal haben wir gerade genug Zeit, um in einem „Stoßgebet“ eine dringende Bitte, einen Hilferuf, zum Allerhöchsten zu senden. Auch ein reines Dankgebet, dass unsere Seele in Dankbarkeit zu Gott erhebt, ist von großer Schönheit. Ebenso kann es sein, dass wir einmal „nur“ in einer intensiven Fürbitte für einen geliebten, uns nahe stehenden Menschen offenbar werden. Des Weiteren ist auch das Bußgebet zu erwähnen, in dem wir dem Vater im Himmel unsere Reue über begangene Sünden sagen, unsere Bemühungen um Besserung hinein legen und um seine Hilfe flehen. Aber das sind Gebete, die man - etwas burschikos ausgedrückt - als „Sonderfälle“ bezeichnen könnte. Da wir uns doch von Gott geliebt wissen und diese Liebe erwidern wollen, werden wir regelmäßig, ja, „so oft wir nur können“, mit unserem Vater im Himmel in Verbindung treten. Und in diesen „regelmäßigen Gedankenaustausch“ mit Gott können wir alles „hinein packen“; diese Gebete können alle oben genannten inhaltlichen Teile aufweisen.
Die Anbetung beginnt schon damit, wenn wir Gott, unseren Vater, anreden. Bei alten liturgischen Gebeten fällt auf, dass an deren Anfang eine große Zahl von Anreden stehen. Das hatte den Sinn, das Herz und den Sinn der Gläubigen auf Gott zu richten, die Seele auf den Allerhöchsten zu „fokussieren“. Wenn unsere Anrede heute aus der Demut des sterblichen Menschen dem Schöpfer und Erhalter gegenüber kommt, so werden uns immer noch weitere Namen und Anreden Gottes auf der Zunge liegen. Das hat tatsächlich den Effekt, dass wir unser Herz und unseren Geist von der Außenwelt absondern und uns richtig „in Gott versenken“. Auch wenn Gott uns allezeit nahe ist, müssen wir gewissermaßen die „innere Verbindung“ zu ihm erst herstellen. Dann wird unsere Anbetung ganz von selbst in ein Loben, Preisen und Rühmen der Gnade und Liebe Gottes münden. Das soll keine „Lobhudelei“ sein, sondern diese Herzenshaltung resultiert aus der Erkenntnis der Größe und Allmacht des Ewigen, seiner Liebe zu uns, wie auch aus dem Bewusstsein unserer eigenen Kleinheit, Schwäche und Sündhaftigkeit. Anbetung und Lobpreis Gottes führen uns „automatisch“ zum nächsten Punkt.
Ein bekanntes Wort sagt: „Danken kommt von denken!“ Wenn wir uns also in der Anbetung die wahrhaft „unbegrenzten Möglichkeiten“ Gottes vor Augen führen, über ihn und sein wahres Wesen, seine Liebe, Güte und Barmherzigkeit nachdenken, dann folgt daraus ganz zwangsläufig, dass unser Herz vor Dankbarkeit übergeht. Wir werden immer neue Gründe finden, unserem lieben Vater, unserem Erlöser, Dank zu sagen für alles, was er an uns und für uns getan hat, tut und noch tun will. Sobald wir tiefer in diese Dinge einsteigen, wird es uns so vorkommen, als ob wir gar kein Ende unseres Dankes erkennen könnten. Tatsächlich können wir dem Herrn nicht „genug“ dankbar sein.
Jesus Christus hat neben der bedingungs--- und vorbehaltlosen Liebe gegen Gott die „Liebe zum Nächsten“ als das wichtigste Gebot bezeichnet. Diese Liebe zum Nächsten, der nicht immer ein uns nahe stehender Mensch sein muss, wird dazu führen, dass wir für Andere in herzlicher Fürbitte eintreten. Dabei ist es nicht von Belang, ob uns dieser „andere Mensch“ nun sympathisch ist oder nicht. Und es ist unwichtig, ob er uns „wohl gesonnen“ ist oder nicht. Die Nächstenliebe ist zunächst unsere Liebe zu einer unsterblichen Seele, für die Christus sich geopfert hat. Sie hat das seelische, geistige und körperliche Wohlergehen des Anderen im Sinn. In der Bergpredigt hat Jesus Liebe und Fürbitte sogar für die eingefordert, die wir eigentlich als „unsere Feinde“ betrachten.
Es gibt nichts, was wir in unseren Bitten nicht vor Gott bringen dürften. Wir können ihm, der höhere Gedanken über unser Leben denkt, alles - wirklich alles - darbringen. Denn es ist das Wunderbare, das Unbegreifbare, dass er nicht zu groß ist, um im Kleinsten zu sein, und nicht zu klein, um nicht noch das Größte zu umfassen. Wir dürfen ihm unsere Freude und unsere Hoffnungen sagen, unseren Schmerz, das Leid und die Lasten. Wir können ihm unseren Kampf, unsere Anfechtung, unsere Zweifel und alle Probleme der Seele entgegen bringen. Ja, selbst die Bedürfnisse des täglichen Daseins dürfen wir mit dem Allmächtigen besprechen. Das Gebet des Sohnes Gottes - das „Vaterunser“ - zeigt, dass wir tatsächlich alles erbitten dürfen. Unserem Gott ist nichts zu groß und nichts zu trivial. Er nimmt Anteil an unserem Leben und hat ein offenes Ohr für unsere Anliegen. So ist es möglich, dass wir uns mit allen Dingen vertrauensvoll an das Vaterherz wenden dürfen. Alle unsere Sorgen wollen wir auf ihn werfen, denn er sorgt für uns – nach Seele, Geist und Leib.
Ein betender Christ darf aufatmen, er steht in Verbindung mit dem Allerhöchsten und weiß sich in der Liebe, Güte, Gnade, Barmherzigkeit und Fürsorge Gottes, des Vaters, geborgen. Das ist möglich, weil wir gläubig und vertrauensvoll zu ihm aufschauen, alles in Gottes Hand legen, alles in Gottes Hand lassen und schließlich alles aus Gottes Hand nehmen. Wer im ernsten Gebet zu Gott kommt, der vermag viel, weil er den Ewigen erleben darf und Gebetserhörungen hat. Das stärkt den Glauben und festigt das Vertrauen zum himmlischen Vater. Es gibt uns innere Sicherheit und die Gewissheit, dass denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Besten dienen. In der Zwiesprache mit unserem Gott fühlen wir seine Nähe und Liebe; das lässt uns Ruhe finden für unsere Seelen.
Samstag, 5. Juni 2010
Kommt her, Ihr seid geladen !
Kommt her, ihr seid geladen,
der Heiland rufet euch;
der süße Herr der Gnaden,
an Huld und Liebe reich,
der Erd und Himmel lenkt,
will Gastmahl mit euch halten
und wunderbar gestalten,
was er in Liebe schenkt.
2. Kommt her, verzagte Sünder,
und werft die Ängste weg,
kommt her, versöhnte Kinder,
hier ist der Liebesweg.
Empfangt die Himmelslust,
die heilge Gottesspeise,
die auf verborgne Weise
erquicket jede Brust.
3. Kommt her, betrübte Seelen,
die Not und Jammer drückt,
mit Gott euch zu vermählen,
der wunderbar beglückt.
Kommt, legt auf ewig ab
der Sünde bange Säumnis;
empfanget das Geheimnis,
das Gott vom Himmel gab.
4. O Wonne kranker Herzen,
die mir von oben kam!
Verwunden sind die Schmerzen,
getröstet ist der Gram.
Was von dem Himmel fließt,
hat lieblich sich ergossen;
mein Herz ist gar durchflossen
vom süßen Liebesgeist.
5. Drum jauchze, meine Seele,
hell aus der Sündennacht!
Verkünde und erzähle
die tiefe Wundermacht,
die unermesslich süß,
ein Born der Liebe, quillet
und jeden Jammer stillet,
der fast verzweifeln ließ.
6. Drum jauchze, meine Seele,
drum jauchze deinem Herrn!
Verkünde und erzähle
die Gnade nah und fern,
den Wunderborn im Blut,
die sel'ge Himmelsspeise,
die auf verborgne Weise
dir gibt das höchste Gut
von Ernst Moritz Arndt (1769 - 1860))
der Heiland rufet euch;
der süße Herr der Gnaden,
an Huld und Liebe reich,
der Erd und Himmel lenkt,
will Gastmahl mit euch halten
und wunderbar gestalten,
was er in Liebe schenkt.
2. Kommt her, verzagte Sünder,
und werft die Ängste weg,
kommt her, versöhnte Kinder,
hier ist der Liebesweg.
Empfangt die Himmelslust,
die heilge Gottesspeise,
die auf verborgne Weise
erquicket jede Brust.
3. Kommt her, betrübte Seelen,
die Not und Jammer drückt,
mit Gott euch zu vermählen,
der wunderbar beglückt.
Kommt, legt auf ewig ab
der Sünde bange Säumnis;
empfanget das Geheimnis,
das Gott vom Himmel gab.
4. O Wonne kranker Herzen,
die mir von oben kam!
Verwunden sind die Schmerzen,
getröstet ist der Gram.
Was von dem Himmel fließt,
hat lieblich sich ergossen;
mein Herz ist gar durchflossen
vom süßen Liebesgeist.
5. Drum jauchze, meine Seele,
hell aus der Sündennacht!
Verkünde und erzähle
die tiefe Wundermacht,
die unermesslich süß,
ein Born der Liebe, quillet
und jeden Jammer stillet,
der fast verzweifeln ließ.
6. Drum jauchze, meine Seele,
drum jauchze deinem Herrn!
Verkünde und erzähle
die Gnade nah und fern,
den Wunderborn im Blut,
die sel'ge Himmelsspeise,
die auf verborgne Weise
dir gibt das höchste Gut
von Ernst Moritz Arndt (1769 - 1860))
Das Fleisch und das Blut des Herrn - Gedanken zum Fest Corpus Christi
Der Sohn Gottes stellt in diesem Wort zwei Dinge einander gegenüber: Geist und Fleisch. Vom Geist sagt er, dass dieser lebendig mache, also (wahres) Leben bewirke; demgegenüber sei das Fleisch einfach nur unnütz. Diese Aussage schien nun gegenüber seinen vorherigen Worten in eklatantem Widerspruch zu stehen. Die Zuhörer und viele seiner Jünger verstanden nun gar nichts mehr; er mutete ihnen Enormes zu.
Christus sagte es den Menschen auf den Kopf zu, dass sie nicht nur wegen seiner Lehre und um der Wunder willen, die er wirkte, zu ihm kamen, sondern auch, weil sie bei ihm in dem großartigen Speisungswunder (vgl. Joh. 6; 1 - 14) dem natürlichen Leibe nach satt geworden waren (vgl. Joh. 6; 26). Er sagte das nicht böse, aber er war illusionslos. (Auch heute noch ist ein Magen, der gesättigt sein will, eine große Motivation, dieses oder jenes zu tun) Deshalb riet der Herr, dass sie sich Speise schaffen sollten, die ewig bleibe (vgl. Joh. 6; 27). Und er stellte sich ihnen als diese Speise vor mit den Worten: "Ich bin das Brot des Lebens, das vom Himmel gekommen ist!" (vgl. Joh. 6; 48.51) Gleichzeitig gab er die Zusicherung, dass dieses Brot ihnen das (ewige) Leben sichern würde (vgl. Joh. 6; 50). Doch dann sprach er einen Satz aus, an dem sich die Zuhörer stießen und rieben; damit kamen sie so überhaupt nicht klar. Er mutete ihnen die Aussage zu: "Amen, amen, ich sage Euch: Wenn Ihr nicht das Fleisch des Menschensohns esst [wörtlich: kaut] und sein Blut trinkt, so habt Ihr kein Leben in Euch!" (vgl. Joh. 6; 53) Ja, er ging noch weiter und behauptete gar, sein Fleisch sei die (einzig) wahre Speise und sein Blut sei der (einzig) wahre Trank (vgl. Joh. 6; 55). Das war starker Tobak, das fanden die Menschen abstoßend und ekelhaft, das konnten sie nicht anhören (vgl. Joh. 6; 60). Und deshalb stellte er klar, dass man fein zu unterscheiden habe zwischen dem Leben wirkenden Geist und dem unnützen Fleisch. Und dennoch löste er den (scheinbaren) Widerspruch nicht auf. Aber er gab einen klaren Aufweis, unter welcher Perspektive sich dieser Widerspruch lösen lasse.
Viele sahen in Jesus den Christus, den Gesalbten Gottes, den Erlöser und Messiaskönig, von dem sie erwarteten, dass er Not und Hunger ein für alle Mal beseitigte, die römische Besatzung aus dem Land trieb und das erhoffte großisraelitische Reich, die Herrschaft über alle Heiden, in die Realität treten ließe. Und hier deutete er ihnen nun an, dass aus dieser Sicht sein Fleisch eben (in den Augen Gottes) unnütz sei. Wo aber der Geist lebendig mache, wo also die geistliche Dimension be- und ergriffen würde, da könne der Genuss seines Fleisches und Blutes, zu wahrem, zu ewigem Leben führen. Er transzendierte also die Vorstellungen der Menschen damaliger Zeit in unerhörter Weise. Und da gilt uns die Frage, inwieweit auch unsere Vorstellungen von Christus, von christlichem Leben, von Gott, Erlösung und Ewigkeit auch nur eine Perspektive des unnützen Fleisches sind, und ob, und wenn ja, wo unser Denken (und das sich daraus ergebende Handeln) durch den Geist mit Leben erfüllt ist. Dabei ist klar, dass den Worten „Geist“ und „Fleisch“ weit mehr Bedeutungen innewohnen, als sich auf den ersten Blick zeigt. Geist ist eben mehr, viel mehr, als unser bloßes Denken, Sinnen, Imaginieren, mehr als reine Geistigkeit und Vorstellungskraft, sondern die höchst reale Kraft und Lebendigkeit Gottes. Und damit wird zugleich klar und offensichtlich, dass „Fleisch und Blut“ als solches, als irdische, vergängliche, eben verwesliche Substanz in diesem göttlichen Sinne wahrhaft zu nichts nütze sein kann. Hier stellt sich wieder die Frage an uns, ob wir dem Natürlichen und Vergänglichen, dem Irdischen, mehr Bedeutung und Wichtigkeit zumessen, als ihm aus der Sicht Gottes (in welcher es als „unnütz“ gebrandmarkt ist) zukommt. Aber es wird gleichzeitig die andere Frage virulent, ob wir entsprechend dem Geistigen, Ewigen, Unvergänglichen eben genau jene Bedeutung beimessen, die ihm aus göttlicher Perspektive bei zulegen ist. Wie sind unsere Vorstellungen von Erlösung, von der Wichtigkeit des Opfers Christi, von der lebensschaffenden Wirkung des Fleisches und Blutes Christi? Sind wir in unserer Haltung dazu auf der „Lebensebene“ des Geistes, oder verharren wir doch (vielleicht gar unbewusst) auf dem Niveau des „unnützen Fleisches“? Da sollten wir uns unter Gottes Wort und Wirken stets aufs Neue einer eingehenden Prüfung unterziehen, um gegebenenfalls eine Kurskorrektur vornehmen zu können! Christus will uns vor einer verkehrten, falsch verstandenen Geistigkeit ebenso bewahren, wie vor einer materialistisch-vergänglichen Sicht der Dinge, die uns das ewige Leben letztlich vor enthielte. Er sagt so wunderbar klar, dass das A und O, das elementar Wichtige in unserem Leben und Sein als Christen, die Gemeinschaft mit IHM in seinem Fleisch und in seinem Blut, die Teilhabe an IHM im Heiligen Abendmahl sei und bleibe. Er drückt es in Worten aus, die eine Gemeinschaft ausdrücken, wie sie enger nicht sein kann: „Wer mein Fleisch isst und mein Blut trinkt, der bleibt in mir und ich in ihm.“ (vgl. Joh. 6; 56) In diesen Worten und in dieser Gemeinschaft im Heiligen Abendmahl liegt auch notwendig so unendlich viel Liebe – zu Gott und zum Nächsten – und Versöhnung verborgen, dass darin also die Quintessenz unseres ganzen Christseins enthalten ist.
Das Fest „Corpus Christi“ [dt.: Fronleichnam] soll uns dazu anregen, uns die tief greifende, Leben schaffende und ewigkeitswirksame Bedeutung der Feier des Heiligen Abendmahles noch intensiver vor Augen zu halten. Wir sollten darüber nachdenken, meditieren und uns in dies „Fleisch und Blut Jesu“ geistig hinein versenken, um immer klarer zu erkennen, wie eminent wichtig der würdige Genuss dieses Heiligen Sakramentes ist. Das bewahrt uns vor einem oberflächlichen Umgang damit, es verhindert, dass die Abendmahlsfeier zu einer christlichen Routine degeneriert. Möge Gott uns davor schützen, dass wir „gewohnheitsmäßig“, unreflektiert, also ohne groß nachzudenken, eben „weil es so Brauch ist“, zum Tisch des Herrn treten, und damit in Gefahr kämen, dass sein Fleisch für uns zu etwas völlig Unnützem würde.
Abendmahlslied
1. Du Lebensbrot, Herr Jesus Christ,
mag Dich ein Sünder haben,
der nach dem Himmel hungrig ist
und sich an Dir will laben?
So bitt´ ich Dich demütiglich,
Du wollest recht bereiten mich,
dass ich des würdig werde.
2. Auf grüner Aue wollest Du,
Herr, diesen Tag mich leiten,
den frischen Wassern führen zu,
den Tisch für mich bereiten.
Ich bin zwar sündig, matt und krank,
doch lass mich Deinen Gnadentrank
aus Deinem Kelche schmecken!
3. Du heilig süßes Himmelsbrot!
Ich will mich Deiner freuen
und in der Wüste meiner Not
nach Dir nur kindlich schreien.
Dein Unschuldskleid bedecke mich,
auf dass ich möge würdiglich
an Deiner Tafel sitzen!
von Johann Rist (1607 - 1667)
Christus sagte es den Menschen auf den Kopf zu, dass sie nicht nur wegen seiner Lehre und um der Wunder willen, die er wirkte, zu ihm kamen, sondern auch, weil sie bei ihm in dem großartigen Speisungswunder (vgl. Joh. 6; 1 - 14) dem natürlichen Leibe nach satt geworden waren (vgl. Joh. 6; 26). Er sagte das nicht böse, aber er war illusionslos. (Auch heute noch ist ein Magen, der gesättigt sein will, eine große Motivation, dieses oder jenes zu tun) Deshalb riet der Herr, dass sie sich Speise schaffen sollten, die ewig bleibe (vgl. Joh. 6; 27). Und er stellte sich ihnen als diese Speise vor mit den Worten: "Ich bin das Brot des Lebens, das vom Himmel gekommen ist!" (vgl. Joh. 6; 48.51) Gleichzeitig gab er die Zusicherung, dass dieses Brot ihnen das (ewige) Leben sichern würde (vgl. Joh. 6; 50). Doch dann sprach er einen Satz aus, an dem sich die Zuhörer stießen und rieben; damit kamen sie so überhaupt nicht klar. Er mutete ihnen die Aussage zu: "Amen, amen, ich sage Euch: Wenn Ihr nicht das Fleisch des Menschensohns esst [wörtlich: kaut] und sein Blut trinkt, so habt Ihr kein Leben in Euch!" (vgl. Joh. 6; 53) Ja, er ging noch weiter und behauptete gar, sein Fleisch sei die (einzig) wahre Speise und sein Blut sei der (einzig) wahre Trank (vgl. Joh. 6; 55). Das war starker Tobak, das fanden die Menschen abstoßend und ekelhaft, das konnten sie nicht anhören (vgl. Joh. 6; 60). Und deshalb stellte er klar, dass man fein zu unterscheiden habe zwischen dem Leben wirkenden Geist und dem unnützen Fleisch. Und dennoch löste er den (scheinbaren) Widerspruch nicht auf. Aber er gab einen klaren Aufweis, unter welcher Perspektive sich dieser Widerspruch lösen lasse.
Viele sahen in Jesus den Christus, den Gesalbten Gottes, den Erlöser und Messiaskönig, von dem sie erwarteten, dass er Not und Hunger ein für alle Mal beseitigte, die römische Besatzung aus dem Land trieb und das erhoffte großisraelitische Reich, die Herrschaft über alle Heiden, in die Realität treten ließe. Und hier deutete er ihnen nun an, dass aus dieser Sicht sein Fleisch eben (in den Augen Gottes) unnütz sei. Wo aber der Geist lebendig mache, wo also die geistliche Dimension be- und ergriffen würde, da könne der Genuss seines Fleisches und Blutes, zu wahrem, zu ewigem Leben führen. Er transzendierte also die Vorstellungen der Menschen damaliger Zeit in unerhörter Weise. Und da gilt uns die Frage, inwieweit auch unsere Vorstellungen von Christus, von christlichem Leben, von Gott, Erlösung und Ewigkeit auch nur eine Perspektive des unnützen Fleisches sind, und ob, und wenn ja, wo unser Denken (und das sich daraus ergebende Handeln) durch den Geist mit Leben erfüllt ist. Dabei ist klar, dass den Worten „Geist“ und „Fleisch“ weit mehr Bedeutungen innewohnen, als sich auf den ersten Blick zeigt. Geist ist eben mehr, viel mehr, als unser bloßes Denken, Sinnen, Imaginieren, mehr als reine Geistigkeit und Vorstellungskraft, sondern die höchst reale Kraft und Lebendigkeit Gottes. Und damit wird zugleich klar und offensichtlich, dass „Fleisch und Blut“ als solches, als irdische, vergängliche, eben verwesliche Substanz in diesem göttlichen Sinne wahrhaft zu nichts nütze sein kann. Hier stellt sich wieder die Frage an uns, ob wir dem Natürlichen und Vergänglichen, dem Irdischen, mehr Bedeutung und Wichtigkeit zumessen, als ihm aus der Sicht Gottes (in welcher es als „unnütz“ gebrandmarkt ist) zukommt. Aber es wird gleichzeitig die andere Frage virulent, ob wir entsprechend dem Geistigen, Ewigen, Unvergänglichen eben genau jene Bedeutung beimessen, die ihm aus göttlicher Perspektive bei zulegen ist. Wie sind unsere Vorstellungen von Erlösung, von der Wichtigkeit des Opfers Christi, von der lebensschaffenden Wirkung des Fleisches und Blutes Christi? Sind wir in unserer Haltung dazu auf der „Lebensebene“ des Geistes, oder verharren wir doch (vielleicht gar unbewusst) auf dem Niveau des „unnützen Fleisches“? Da sollten wir uns unter Gottes Wort und Wirken stets aufs Neue einer eingehenden Prüfung unterziehen, um gegebenenfalls eine Kurskorrektur vornehmen zu können! Christus will uns vor einer verkehrten, falsch verstandenen Geistigkeit ebenso bewahren, wie vor einer materialistisch-vergänglichen Sicht der Dinge, die uns das ewige Leben letztlich vor enthielte. Er sagt so wunderbar klar, dass das A und O, das elementar Wichtige in unserem Leben und Sein als Christen, die Gemeinschaft mit IHM in seinem Fleisch und in seinem Blut, die Teilhabe an IHM im Heiligen Abendmahl sei und bleibe. Er drückt es in Worten aus, die eine Gemeinschaft ausdrücken, wie sie enger nicht sein kann: „Wer mein Fleisch isst und mein Blut trinkt, der bleibt in mir und ich in ihm.“ (vgl. Joh. 6; 56) In diesen Worten und in dieser Gemeinschaft im Heiligen Abendmahl liegt auch notwendig so unendlich viel Liebe – zu Gott und zum Nächsten – und Versöhnung verborgen, dass darin also die Quintessenz unseres ganzen Christseins enthalten ist.
Das Fest „Corpus Christi“ [dt.: Fronleichnam] soll uns dazu anregen, uns die tief greifende, Leben schaffende und ewigkeitswirksame Bedeutung der Feier des Heiligen Abendmahles noch intensiver vor Augen zu halten. Wir sollten darüber nachdenken, meditieren und uns in dies „Fleisch und Blut Jesu“ geistig hinein versenken, um immer klarer zu erkennen, wie eminent wichtig der würdige Genuss dieses Heiligen Sakramentes ist. Das bewahrt uns vor einem oberflächlichen Umgang damit, es verhindert, dass die Abendmahlsfeier zu einer christlichen Routine degeneriert. Möge Gott uns davor schützen, dass wir „gewohnheitsmäßig“, unreflektiert, also ohne groß nachzudenken, eben „weil es so Brauch ist“, zum Tisch des Herrn treten, und damit in Gefahr kämen, dass sein Fleisch für uns zu etwas völlig Unnützem würde.
Abendmahlslied
1. Du Lebensbrot, Herr Jesus Christ,
mag Dich ein Sünder haben,
der nach dem Himmel hungrig ist
und sich an Dir will laben?
So bitt´ ich Dich demütiglich,
Du wollest recht bereiten mich,
dass ich des würdig werde.
2. Auf grüner Aue wollest Du,
Herr, diesen Tag mich leiten,
den frischen Wassern führen zu,
den Tisch für mich bereiten.
Ich bin zwar sündig, matt und krank,
doch lass mich Deinen Gnadentrank
aus Deinem Kelche schmecken!
3. Du heilig süßes Himmelsbrot!
Ich will mich Deiner freuen
und in der Wüste meiner Not
nach Dir nur kindlich schreien.
Dein Unschuldskleid bedecke mich,
auf dass ich möge würdiglich
an Deiner Tafel sitzen!
von Johann Rist (1607 - 1667)
Sonntag, 30. Mai 2010
Wer Christus sieht, sieht darin den Vater - Gedanken zu Johannes 14; 9
"Jesus spricht zu ihm: So lange bin ich bei euch und Du kennst mich nicht, Philippus? Wer mich sieht, der sieht den Vater!"
Das Wort ist aus den Abschiedsreden Jesu. Darin weist er darauf hin, dass der Weg zum Vater, dem liebenden und allmächtigen Gott, n u r über ihn führt. Er zeigt auch, dass sich der Vater durch ihn offenbart und sich in ihm zeigt. Der Grund dafür ist, dass Jesus völlig im Vater (in seinem Willen und Wort) aufgegangen ist. Und dass er in völliger Liebe zum Vater steht. Und es ist eng verbunden mit der Verheißung, dass er hingeht, um u n s die Stätte zu bereiten, damit auch wir sein können, wo er ist. Dazu müssen wir aber in der Liebe (Agape) bleiben, denn dann sind wir in Gott. Und wer Christus liebt, bei dem werden Vater und Sohn einkehren und "Wohnung bei ihm nehmen", also bleiben. Was sehen wir? In Christum! In Bruder und Schwester! Im Gesandten des Herrn! Können wir in Jesus, aber auch in Schwester und Bruder, den Herrn erkennen? Erkennen wir den Vater, erkennen wir Christum, erkennen wir den Geist, wenn sie an uns wirksam werden wollen, um uns zur Vollkommenheit zu leiten?
Erkenne ich im ernsten Wort Gottes, das meine Fehler anspricht, erkenne ich im schmerzlichen Erleben, das Gott auferlegt oder zugelassen hat, erkenne ich in den mancherlei Ungerechtigkeiten doch immer die Liebe des Vaters, der nur das Beste für uns will und über uns nur Gedanken von Frieden und Heil hat? Wenn sein Geist uns bildet, dann werden wir mehr und mehr IHM gleich! Sehe ich den Splitter im Auge des Bruders oder den Balken in meinem eigenen Auge? Sehe ich die Erfordernisse, die sich aus treuer Nachfolge ergeben? Sehe ich auf mein (Lebens-)Ziel oder habe ich noch andere Dinge im (geistlichen) Blick?
Das Wichtigste ist und bleibt JESUS! Auf IHN müssen wir sehen, denn es ist in keinem anderen Heil, und es ist kein anderer, worin wir selig werden könnten. Haben wir in Jesus und seiner Sendung die Offenbarung Gottes gefunden, dann erübrigt sich unser Fragen. Die Fragen von Thomas und Philippus zeigen, dass in der Gemeinde Christi, ja selbst in seinen Aposteln (den Menschen), längst nicht "alles klar" ist, sondern dass der Weg stets neu gewiesen, die Wahrheit stets neu verkündet, der Vater stets neu geoffenbart werden muss. Darum brauchen wir eine lückenlose Verbindung zu Christus; sie ist uns nur durch den Heiligen Geist, der aus Christus kommt und Göttliches offenbart, möglich.
Wenn wir in Jesus (der im Vater ist) Gott erkennen, und uns bemühen, dass wir auch stets in IHM (seinem Willen, Walten und Wesen) sind und bleiben, dann kann auch alle Welt Christus und den Vater i n u n s erkennen. Dazu müssen wir allerdings völlig in der Liebe (Agape) bleiben. Denn dann kehren Gott und Christus in uns ein (dauerhaft, denn sie werden Wohnung in uns nehmen) und erfüllen unser ganzes Wesen mit dem hellen Widerschein göttlicher Herrlichkeit. Dann erkennt die Welt auch an uns
- einen festen, freudigen, kindlichen Glauben,
- eine zielgerichtete, lebendige Hoffnung,
- ein uneingeschränktes Vertrauen,
- eine allumfassende, vergebende Liebe,
- eine dem Lamme nachfolgende Geduld und
- das Verlangen nach baldiger Vollendung.
Dabei ist Christus alles, und ohne Jesum ist alles zunichte, denn ohne ihn können wir NICHTS (geistlich wirksames) tun.
Das Wort ist aus den Abschiedsreden Jesu. Darin weist er darauf hin, dass der Weg zum Vater, dem liebenden und allmächtigen Gott, n u r über ihn führt. Er zeigt auch, dass sich der Vater durch ihn offenbart und sich in ihm zeigt. Der Grund dafür ist, dass Jesus völlig im Vater (in seinem Willen und Wort) aufgegangen ist. Und dass er in völliger Liebe zum Vater steht. Und es ist eng verbunden mit der Verheißung, dass er hingeht, um u n s die Stätte zu bereiten, damit auch wir sein können, wo er ist. Dazu müssen wir aber in der Liebe (Agape) bleiben, denn dann sind wir in Gott. Und wer Christus liebt, bei dem werden Vater und Sohn einkehren und "Wohnung bei ihm nehmen", also bleiben. Was sehen wir? In Christum! In Bruder und Schwester! Im Gesandten des Herrn! Können wir in Jesus, aber auch in Schwester und Bruder, den Herrn erkennen? Erkennen wir den Vater, erkennen wir Christum, erkennen wir den Geist, wenn sie an uns wirksam werden wollen, um uns zur Vollkommenheit zu leiten?
Erkenne ich im ernsten Wort Gottes, das meine Fehler anspricht, erkenne ich im schmerzlichen Erleben, das Gott auferlegt oder zugelassen hat, erkenne ich in den mancherlei Ungerechtigkeiten doch immer die Liebe des Vaters, der nur das Beste für uns will und über uns nur Gedanken von Frieden und Heil hat? Wenn sein Geist uns bildet, dann werden wir mehr und mehr IHM gleich! Sehe ich den Splitter im Auge des Bruders oder den Balken in meinem eigenen Auge? Sehe ich die Erfordernisse, die sich aus treuer Nachfolge ergeben? Sehe ich auf mein (Lebens-)Ziel oder habe ich noch andere Dinge im (geistlichen) Blick?
Das Wichtigste ist und bleibt JESUS! Auf IHN müssen wir sehen, denn es ist in keinem anderen Heil, und es ist kein anderer, worin wir selig werden könnten. Haben wir in Jesus und seiner Sendung die Offenbarung Gottes gefunden, dann erübrigt sich unser Fragen. Die Fragen von Thomas und Philippus zeigen, dass in der Gemeinde Christi, ja selbst in seinen Aposteln (den Menschen), längst nicht "alles klar" ist, sondern dass der Weg stets neu gewiesen, die Wahrheit stets neu verkündet, der Vater stets neu geoffenbart werden muss. Darum brauchen wir eine lückenlose Verbindung zu Christus; sie ist uns nur durch den Heiligen Geist, der aus Christus kommt und Göttliches offenbart, möglich.
Wenn wir in Jesus (der im Vater ist) Gott erkennen, und uns bemühen, dass wir auch stets in IHM (seinem Willen, Walten und Wesen) sind und bleiben, dann kann auch alle Welt Christus und den Vater i n u n s erkennen. Dazu müssen wir allerdings völlig in der Liebe (Agape) bleiben. Denn dann kehren Gott und Christus in uns ein (dauerhaft, denn sie werden Wohnung in uns nehmen) und erfüllen unser ganzes Wesen mit dem hellen Widerschein göttlicher Herrlichkeit. Dann erkennt die Welt auch an uns
- einen festen, freudigen, kindlichen Glauben,
- eine zielgerichtete, lebendige Hoffnung,
- ein uneingeschränktes Vertrauen,
- eine allumfassende, vergebende Liebe,
- eine dem Lamme nachfolgende Geduld und
- das Verlangen nach baldiger Vollendung.
Dabei ist Christus alles, und ohne Jesum ist alles zunichte, denn ohne ihn können wir NICHTS (geistlich wirksames) tun.
SANCTA et INDIVIDUA TRINITAS - Gedanken zu Johannes 17; 22.23
"Ich habe ihnen Deine Herrlichkeit gegeben, die Du mir gegeben hast, damit sie eins seien, wie wir eins sind, ich in ihnen und Du in mir, damit sie vollkommen eins seien und die Welt erkenne, dass Du mich gesandt hast und sie liebst, wie Du mich liebst."
Was ist jene Herrlichkeit, die uns durch Christum gegeben ist? Selbst wenn wir sehr schöne Augenblicke in unserem Sein erleben, werden wir wohl nur die allerwenigsten mit dem Attribut "Herrlichkeit" belegen wollen. Dennoch hat Christus diese Aussage im weltberühmten sog. "Hohepriesterlichen Gebet" getroffen; es muss also was dran sein!
Christus hat diese Herrlichkeit vom Vater erhalten, und er gab sie an die Seinen weiter. Also muss diese Herrlichkeit etwas sein, dass durch Christus den Menschen nutzbar wurde. Und Jesus hat es den Seinen möglich gemacht, Gott nicht als diese schreckliche Macht sehen zu müssen, sondern in IHM den Vater der Liebe zu erkennen. Christus hat uns die Möglichkeit geschenkt, Gott als den liebenden, vergebenden und sich nach uns sehnenden Heiland und Retter zu erkennen, der nicht den Tod des Sünders, sondern sein Leben und seine Liebe will. Die Herrlichkeit Christi ist die Macht der Liebe und die Fülle göttlicher Gnade. ER hat uns die enorme Wichtigkeit der Vergebung gelehrt, die es allein ermöglicht, in den vollen Genuss der Gnade zu kommen, und damit über den Glauben an Christus als das Heil für die Welt zum ewigen Leben hindurch zu dringen. Davon hat der Vater alle Fülle in den Sohn gelegt, damit wir aus dieser Fülle Gnade um Gnade, volles Heil und Seligkeit hinnehmen können (vgl. Kolosser 1; 19, 2; 9 sowie Johannes 1; 16).
In dem Teil des "Hohepriesterlichen Gebetes" kann Jesus sich gar nicht recht von diesem wichtigen Gedanken des Einsseins trennen; es ist ihm von eminenter Wichtigkeit. Immer wieder kommt er auf die Bitte zurück, der Vater möge die Seinen doch eins sein lassen, damit sie in innigster Gemeinschaft mit ihm und damit auch mit dem Vater seien. Diese Tatsache lenkt die Gedanken auf zwei Aussagen. Die erste hat Jesus nach dem Johannesevangelium getätigt, die zweite findet sich im Ersten Johannesbrief. Sie sind beide ganz elementar:
"Wer mein Fleisch ißt und mein Blut trinkt, der bleibt in mir und ich in ihm." (Joh. 6; 56)
"Gott ist Liebe; und wer in der Liebe bleibt, der bleibt in Gott und Gott in ihm." (1. Joh. 4; 16)
Die Herrlichkeit Christi in seiner Gnadenfülle und dem Wunder der Sündenvergebung ist ohne Liebe gar nicht vorstellbar. Er hat uns geliebt, ist für uns in den Tod gegangen, damit wir leben. Und er hat uns befohlen, so zu lieben, wie ER uns geliebt hat. Das Geheimnis der Gnade und Vergebung liegt also in der Liebe. Und weil sie das Wesen Gottes, des Allmächtigen, ausmacht, ist der, der in der Liebe bleibend offenbar wird, in eine unvorstellbar enge und innige Beziehung zu Gott gerückt, dass dieser völligen Raum in der Seele hat und damit IN diesem Menschen lebt, wohnt und west, und ebenso dieser Mensch bereits mit dem Aufgehen in der Liebe in Gott ist, lebt, handelt und aufgeht. Die Liebe zu Gott und zum Nächsten lässt uns in IHM sein (und IHN in uns). Gemeinschaft der Liebe ist Gemeinschaft des Geistes, also auch mit dem Vater und dem Sohn. Das hat Folgen: Weil Gott uns so liebt, wie er Jesus liebte, werden auch wir dem Tode so siegreich gegenübertreten können, wie der Herr es getan hat. Seine Auferstehung ist unsere Auferstehung; sein Sieg ist unser Sieg. Und damit die Liebestat Gottes zur Rettung der Menschen im Opfer Christi, wo Gott selbst sich für uns und unsere Sünden hingegeben hat, nicht vergessen wird, nicht verflacht, sondern präsent bleibt, hat Jesus auch noch so eine Beziehung geschaffen. In der Stiftung des Heiligen Abendmahles am Vorabend seines Todes hat er eine Möglichkeit gegeben, in ein unendliches Näheverhältnis zu IHM zu gelangen. Wenn wir von der Liebe durchdrungen sind, können wir im Zustand völliger Freiheit, als die von Gott begnadigten und gerecht gemachten Seelen, Leib und Blut Christi so in uns aufnehmen, dass sich die himmlischen Wirkungen in uns entfalten können. Aber auch wenn uns da und dort noch Mängel anhaften, ist uns Christus in der Mahlsgemeinschaft dennoch nahe. ER kehrt als der Ewige und Unvergängliche, als der Auferstandene, in unser durch und durch begrenztes, vergängliches, irdisches Leben und Sein ein, um uns von innen heraus durch die ihm von Gott geschenkte Herrlichkeit zu verwandeln, uns völlig umzukrempeln. Durch Heilige Abendmahl ist Christus in uns und wir sind in IHM. Da können wir aus seiner Fülle immer wieder alles nehmen.
Christus betont immer wieder, dass ER und der VATER eins seien. Das gipfelt in der Aussage an Philippus: "Wer mich sieht, der sieht den Vater!" (vgl. Johannes 14; 9) Es ist keine Unterschied im Wesen das Vaters und dem des Sohnes, sie sind eins. Daher hat man die Dreieinigkeit, um deren Definition man für das Bekenntnis in der Frühen Kirche lange und helftig gerungen hat, auch mit einem besonderen "Titel" belegt, man nannte und nennt sie:
"Sancta et Individua Trinitas" - Die Heilige und Unteilbare Dreieinigkeit
Wir glauben an Gott Vater, Gott Sohn und Gott Heiligen Geist; drei, die eins sind, ein Plural der im höchsten Singular uns gegenübertritt. Das mag manchem unverständlich scheinen. Gott zeigt sich uns in verschiedenen Offenbarungs- und Erscheinungsformen, aber es ist immer der Eine, Ewige, Allvermögende, Gnädige, Heilende, Rettende, Vergebende, Liebende! Als Gott Vater ist er unser schöpferischer, allvermögender, gewaltiger und weiser Gott. Als Gott Sohn ist er unser liebender, versöhnender, errettender und gnädiger Gott. Als Gott Heiliger Geist ist er unser sich selbst offenbarender, Klarheit, Weisheit und Erkenntnis wirkender Gott. Aber das alles ist der Eine, unser Gott. Da sind nicht drei Götter unterwegs, sondern Gott zeigt sich uns in der jeweils gebotenen Erscheinungsform. Gott Vater, Sohn und Heiliger Geist schaffen in uns ebenfalls Einssein. Wir sind aber nicht "gleichgeschaltet" oder "uniformiert" Aber wenn wir alle (jeder Einzelne) im Sinn und Geist Jesu Christi offenbar werden, wenn wir "erkennbare Christen" sind, dann kann sich dieses Einssein untereinander entfalten. Dabei ist das nichts, was WIR schaffen oder herstellen könnten, sondern Christus bewirkt es IN uns, sobald ER in uns sein und wirken kann. Dazu hat Paulus ein wunderbares Rezept geliefert:
"So ermahne ich Euch nun, ich, der Gefangene in dem Herrn, dass Ihr der Berufung würdig lebt, mit der Ihr berufen seid in aller Demut und Sanftmut, in Geduld. Ertragt einer den andern in Liebe und seid darauf bedacht, zu wahren die Einigkeit im Geist durch das Band des Friedens." (Epheser 4; 1 - 3)
Was ist jene Herrlichkeit, die uns durch Christum gegeben ist? Selbst wenn wir sehr schöne Augenblicke in unserem Sein erleben, werden wir wohl nur die allerwenigsten mit dem Attribut "Herrlichkeit" belegen wollen. Dennoch hat Christus diese Aussage im weltberühmten sog. "Hohepriesterlichen Gebet" getroffen; es muss also was dran sein!
Christus hat diese Herrlichkeit vom Vater erhalten, und er gab sie an die Seinen weiter. Also muss diese Herrlichkeit etwas sein, dass durch Christus den Menschen nutzbar wurde. Und Jesus hat es den Seinen möglich gemacht, Gott nicht als diese schreckliche Macht sehen zu müssen, sondern in IHM den Vater der Liebe zu erkennen. Christus hat uns die Möglichkeit geschenkt, Gott als den liebenden, vergebenden und sich nach uns sehnenden Heiland und Retter zu erkennen, der nicht den Tod des Sünders, sondern sein Leben und seine Liebe will. Die Herrlichkeit Christi ist die Macht der Liebe und die Fülle göttlicher Gnade. ER hat uns die enorme Wichtigkeit der Vergebung gelehrt, die es allein ermöglicht, in den vollen Genuss der Gnade zu kommen, und damit über den Glauben an Christus als das Heil für die Welt zum ewigen Leben hindurch zu dringen. Davon hat der Vater alle Fülle in den Sohn gelegt, damit wir aus dieser Fülle Gnade um Gnade, volles Heil und Seligkeit hinnehmen können (vgl. Kolosser 1; 19, 2; 9 sowie Johannes 1; 16).
In dem Teil des "Hohepriesterlichen Gebetes" kann Jesus sich gar nicht recht von diesem wichtigen Gedanken des Einsseins trennen; es ist ihm von eminenter Wichtigkeit. Immer wieder kommt er auf die Bitte zurück, der Vater möge die Seinen doch eins sein lassen, damit sie in innigster Gemeinschaft mit ihm und damit auch mit dem Vater seien. Diese Tatsache lenkt die Gedanken auf zwei Aussagen. Die erste hat Jesus nach dem Johannesevangelium getätigt, die zweite findet sich im Ersten Johannesbrief. Sie sind beide ganz elementar:
"Wer mein Fleisch ißt und mein Blut trinkt, der bleibt in mir und ich in ihm." (Joh. 6; 56)
"Gott ist Liebe; und wer in der Liebe bleibt, der bleibt in Gott und Gott in ihm." (1. Joh. 4; 16)
Die Herrlichkeit Christi in seiner Gnadenfülle und dem Wunder der Sündenvergebung ist ohne Liebe gar nicht vorstellbar. Er hat uns geliebt, ist für uns in den Tod gegangen, damit wir leben. Und er hat uns befohlen, so zu lieben, wie ER uns geliebt hat. Das Geheimnis der Gnade und Vergebung liegt also in der Liebe. Und weil sie das Wesen Gottes, des Allmächtigen, ausmacht, ist der, der in der Liebe bleibend offenbar wird, in eine unvorstellbar enge und innige Beziehung zu Gott gerückt, dass dieser völligen Raum in der Seele hat und damit IN diesem Menschen lebt, wohnt und west, und ebenso dieser Mensch bereits mit dem Aufgehen in der Liebe in Gott ist, lebt, handelt und aufgeht. Die Liebe zu Gott und zum Nächsten lässt uns in IHM sein (und IHN in uns). Gemeinschaft der Liebe ist Gemeinschaft des Geistes, also auch mit dem Vater und dem Sohn. Das hat Folgen: Weil Gott uns so liebt, wie er Jesus liebte, werden auch wir dem Tode so siegreich gegenübertreten können, wie der Herr es getan hat. Seine Auferstehung ist unsere Auferstehung; sein Sieg ist unser Sieg. Und damit die Liebestat Gottes zur Rettung der Menschen im Opfer Christi, wo Gott selbst sich für uns und unsere Sünden hingegeben hat, nicht vergessen wird, nicht verflacht, sondern präsent bleibt, hat Jesus auch noch so eine Beziehung geschaffen. In der Stiftung des Heiligen Abendmahles am Vorabend seines Todes hat er eine Möglichkeit gegeben, in ein unendliches Näheverhältnis zu IHM zu gelangen. Wenn wir von der Liebe durchdrungen sind, können wir im Zustand völliger Freiheit, als die von Gott begnadigten und gerecht gemachten Seelen, Leib und Blut Christi so in uns aufnehmen, dass sich die himmlischen Wirkungen in uns entfalten können. Aber auch wenn uns da und dort noch Mängel anhaften, ist uns Christus in der Mahlsgemeinschaft dennoch nahe. ER kehrt als der Ewige und Unvergängliche, als der Auferstandene, in unser durch und durch begrenztes, vergängliches, irdisches Leben und Sein ein, um uns von innen heraus durch die ihm von Gott geschenkte Herrlichkeit zu verwandeln, uns völlig umzukrempeln. Durch Heilige Abendmahl ist Christus in uns und wir sind in IHM. Da können wir aus seiner Fülle immer wieder alles nehmen.
Christus betont immer wieder, dass ER und der VATER eins seien. Das gipfelt in der Aussage an Philippus: "Wer mich sieht, der sieht den Vater!" (vgl. Johannes 14; 9) Es ist keine Unterschied im Wesen das Vaters und dem des Sohnes, sie sind eins. Daher hat man die Dreieinigkeit, um deren Definition man für das Bekenntnis in der Frühen Kirche lange und helftig gerungen hat, auch mit einem besonderen "Titel" belegt, man nannte und nennt sie:
"Sancta et Individua Trinitas" - Die Heilige und Unteilbare Dreieinigkeit
Wir glauben an Gott Vater, Gott Sohn und Gott Heiligen Geist; drei, die eins sind, ein Plural der im höchsten Singular uns gegenübertritt. Das mag manchem unverständlich scheinen. Gott zeigt sich uns in verschiedenen Offenbarungs- und Erscheinungsformen, aber es ist immer der Eine, Ewige, Allvermögende, Gnädige, Heilende, Rettende, Vergebende, Liebende! Als Gott Vater ist er unser schöpferischer, allvermögender, gewaltiger und weiser Gott. Als Gott Sohn ist er unser liebender, versöhnender, errettender und gnädiger Gott. Als Gott Heiliger Geist ist er unser sich selbst offenbarender, Klarheit, Weisheit und Erkenntnis wirkender Gott. Aber das alles ist der Eine, unser Gott. Da sind nicht drei Götter unterwegs, sondern Gott zeigt sich uns in der jeweils gebotenen Erscheinungsform. Gott Vater, Sohn und Heiliger Geist schaffen in uns ebenfalls Einssein. Wir sind aber nicht "gleichgeschaltet" oder "uniformiert" Aber wenn wir alle (jeder Einzelne) im Sinn und Geist Jesu Christi offenbar werden, wenn wir "erkennbare Christen" sind, dann kann sich dieses Einssein untereinander entfalten. Dabei ist das nichts, was WIR schaffen oder herstellen könnten, sondern Christus bewirkt es IN uns, sobald ER in uns sein und wirken kann. Dazu hat Paulus ein wunderbares Rezept geliefert:
"So ermahne ich Euch nun, ich, der Gefangene in dem Herrn, dass Ihr der Berufung würdig lebt, mit der Ihr berufen seid in aller Demut und Sanftmut, in Geduld. Ertragt einer den andern in Liebe und seid darauf bedacht, zu wahren die Einigkeit im Geist durch das Band des Friedens." (Epheser 4; 1 - 3)
Gutes tun - Gedanken zu Galater 6; 9
"Lasst uns aber Gutes tun und nicht müde werden; denn zu seiner Zeit werden wir auch ernten, wenn wir nicht nachlassen."
Der erste Teilsatz ist ja ein sehr löbliches Vorhaben, aber es stellt sich natürlich sofort die Frage: Was ist denn "Gutes"? Das lässt mir sofort das Wort des Propheten Micha in den Sinn kommen: "Es ist Dir gesagt, Mensch, was gut ist und was der Herr von Dir fordert, nämlich Gottes Wort halten und Liebe üben und demütig sein vor Deinem Gott." (Micha 6; 8) Gottes Wort halten zu können erfordert, dass man es hört, dass man an seiner Offenbarung nicht unberührt vorbeigeht. Wir müssen nach Gottes Wort trachten, wir müssen uns dem Wirken des Heiligen Geistes (der es uns offenbart) öffnen, wir müssen es nicht nur hören, sondern annehmen, es anwenden, es konsequent in unser Leben einbauen, diesem Worte gemäß leben und handeln (Denken, Reden, Tun), es beibehalten, so gut es eben geht.
Die Aussage, dass wir "Liebe üben" sollen, zeigt, dass wir das nicht von a priori können, sondern dass wir durch Gottes Wort erst dahin geführt, dazu ermuntert und befähigt werden. Es ist also eine Sache, die Training, Disziplin, Durchhaltewillen, eben Übung erfordert. Wir werden um so eher zu brauchbaren Ergebnissen darin kommen, je mehr und je intensiver wir uns an diese Übungen heranwagen. Es zeigt aber auch, dass wir dabei Rückschläge, also Rückfälle in die Lieblosigkeit, werden hinnehmen müssen. Diese "Übung" der Liebe wird uns nicht auf Anhieb und selbst wenn, dann nicht dauerhaft und lückenlos gelingen. Aber das Sprichwort besagt schon: Übung macht den Meister! Da gilt dann besonders der Satz, dass man nicht müde werden soll.
Demütig sein vor Gott bedeutet, dass wir diesen unendlichen Unterschied zwischen IHM und uns erkennen, anerkennen, uns dessen stets bewußt sind. Er lässt uns unsere Sündhaftigkeit, unsere Verworfenheit, unser Dem-Tod-anheimgegeben-sein erkennen. Und damit büßen wir jeden Vorsprung, jedes Besser-sein dem Nächsten gegenüber ein. Das verhindert Hochmut, Dünkel und Herabsehen auf Andere, weil wir ihnen von der Perspektive Gottes aus gesehen so gar nichts voraushaben, sondern wie sie der umfassenden Gnade des Höchsten bedürfen.
Was ist noch gut? Nun, die Worte "Gott" und "gut" stammen (leider) nicht aus derselben etymologischen Wurzel, aber man kann dennoch ohne weiteres sagen: Gott ist gut! In seiner ganzen Tiefe und Weite ist Gott gut; er ist gut zu uns schlechten Menschen. Aber unser Gott ist (in Christus) nicht nur gut, sondern er tut gut, er tut Gutes und er macht uns ebenfalls gut. Es ist gut, sich ganz der Gnade Gottes anzuvertrauen, denn das erfordert und stärkt unsere Liebe zu Gott und zu unserem Nächsten. Schließlich meint Gutes zu tun neben der völligen Hinwendung zu, der rückhaltlosen Öffnung gegenüber Gott, vor allem auch, dem Nächsten das Gute zu wünschen, zu wollen, zu tun, ihm helfen, ihn fördern, ihm beistehen, ihn verteidigen, für ihn einstehen,....
Wann wird man müde? Wenn man viel getan hat, wenn man sich angestrengt hat, wenn man Lasten getragen hat, wenn man sich stark auf etwas konzentriert hat. Aber auch ein stets gepflegter Müßiggang kann ganz schön müde machen. Wie zeigt sich Müdigkeit? Meist ist Müdigkeit verbunden mit einer sukzessive nachlassenden, irgendwann gänzlich aufhörenden Aktivität. Sie geht einher mit nachlassenden Kräften, mit einer erlahmenden Aufmerksamkeit und schwindenden Wachsamkeit sowie mit entsprechend zunehmender Gleichgültigkeit. Das Müdewerden ist aber auch eine Metapher auf unseren Weg in den Tod. Beim geistlichen Müdewerden hilft das Beten, das bewußte Sich-hinwenden zu Gott. Das Bewußtsein vorhandener Gefahren hält wach und schützt vor Müdigkeit. Auch stete Übung (Training) in geistlichen Dingen lässt uns, wie beim körperlichen Üben, bald immer weniger ermüden. Auch im Geistigen kann man sich eine gewisse "Fitness" aneignen.
Dass hier Paulus von Ernten spricht, hat nicht eine plötzlich artikulierte Werkgerechtigkeit als Hintergrund, sondern die Wortwahl ist sorgfältig (wie meist bei Paulus). Bei einer Ernte ist wohl ein schöner Anteil an Arbeit durch den Bauern zu registrieren, aber weit mehr sind hier Dinge berührt, die weit über das bäuerliche Wirken hinausreichen. Und ich glaube, dies hatte der Apostel im Blick. Das Charakteristische bei der Ernte ist, dass mehr dabei herauskommt, als vorher an Saatgut verwendet wurde. Das ist ein neben der Qualität des Bodens, dem Wetter und manch anderer Einflüsse, ein Bild dafür, dass auch neben dem, was wir tun, noch viele andere Dinge notwendig sind, um eine Ernte, ein Mehr-als-zuvor, zu erzielen. Es ist das Bild über die Wirkung göttlichen Segens.
Paulus verknüpft es mit einer Bedingung; man darf nicht nachlassen. Und das meint im Blick auf Christus: Unter (absolut) keinen Umständen von Gott weichen, in allen Fällen des Seins unerschütterlich treu an Christus zu bleiben,, alle verfügbaren Kräfte aufwenden, alles einsetzen. Dann, und nur dann, zeigt sich das Ergebnis und hat auch Ewigkeitsbestand. Wir tun, was Gott gefällt, und er schafft, was uns Seligkeit, Herrlichkeit, ewigen Gewinn bringt.
Der erste Teilsatz ist ja ein sehr löbliches Vorhaben, aber es stellt sich natürlich sofort die Frage: Was ist denn "Gutes"? Das lässt mir sofort das Wort des Propheten Micha in den Sinn kommen: "Es ist Dir gesagt, Mensch, was gut ist und was der Herr von Dir fordert, nämlich Gottes Wort halten und Liebe üben und demütig sein vor Deinem Gott." (Micha 6; 8) Gottes Wort halten zu können erfordert, dass man es hört, dass man an seiner Offenbarung nicht unberührt vorbeigeht. Wir müssen nach Gottes Wort trachten, wir müssen uns dem Wirken des Heiligen Geistes (der es uns offenbart) öffnen, wir müssen es nicht nur hören, sondern annehmen, es anwenden, es konsequent in unser Leben einbauen, diesem Worte gemäß leben und handeln (Denken, Reden, Tun), es beibehalten, so gut es eben geht.
Die Aussage, dass wir "Liebe üben" sollen, zeigt, dass wir das nicht von a priori können, sondern dass wir durch Gottes Wort erst dahin geführt, dazu ermuntert und befähigt werden. Es ist also eine Sache, die Training, Disziplin, Durchhaltewillen, eben Übung erfordert. Wir werden um so eher zu brauchbaren Ergebnissen darin kommen, je mehr und je intensiver wir uns an diese Übungen heranwagen. Es zeigt aber auch, dass wir dabei Rückschläge, also Rückfälle in die Lieblosigkeit, werden hinnehmen müssen. Diese "Übung" der Liebe wird uns nicht auf Anhieb und selbst wenn, dann nicht dauerhaft und lückenlos gelingen. Aber das Sprichwort besagt schon: Übung macht den Meister! Da gilt dann besonders der Satz, dass man nicht müde werden soll.
Demütig sein vor Gott bedeutet, dass wir diesen unendlichen Unterschied zwischen IHM und uns erkennen, anerkennen, uns dessen stets bewußt sind. Er lässt uns unsere Sündhaftigkeit, unsere Verworfenheit, unser Dem-Tod-anheimgegeben-sein erkennen. Und damit büßen wir jeden Vorsprung, jedes Besser-sein dem Nächsten gegenüber ein. Das verhindert Hochmut, Dünkel und Herabsehen auf Andere, weil wir ihnen von der Perspektive Gottes aus gesehen so gar nichts voraushaben, sondern wie sie der umfassenden Gnade des Höchsten bedürfen.
Was ist noch gut? Nun, die Worte "Gott" und "gut" stammen (leider) nicht aus derselben etymologischen Wurzel, aber man kann dennoch ohne weiteres sagen: Gott ist gut! In seiner ganzen Tiefe und Weite ist Gott gut; er ist gut zu uns schlechten Menschen. Aber unser Gott ist (in Christus) nicht nur gut, sondern er tut gut, er tut Gutes und er macht uns ebenfalls gut. Es ist gut, sich ganz der Gnade Gottes anzuvertrauen, denn das erfordert und stärkt unsere Liebe zu Gott und zu unserem Nächsten. Schließlich meint Gutes zu tun neben der völligen Hinwendung zu, der rückhaltlosen Öffnung gegenüber Gott, vor allem auch, dem Nächsten das Gute zu wünschen, zu wollen, zu tun, ihm helfen, ihn fördern, ihm beistehen, ihn verteidigen, für ihn einstehen,....
Wann wird man müde? Wenn man viel getan hat, wenn man sich angestrengt hat, wenn man Lasten getragen hat, wenn man sich stark auf etwas konzentriert hat. Aber auch ein stets gepflegter Müßiggang kann ganz schön müde machen. Wie zeigt sich Müdigkeit? Meist ist Müdigkeit verbunden mit einer sukzessive nachlassenden, irgendwann gänzlich aufhörenden Aktivität. Sie geht einher mit nachlassenden Kräften, mit einer erlahmenden Aufmerksamkeit und schwindenden Wachsamkeit sowie mit entsprechend zunehmender Gleichgültigkeit. Das Müdewerden ist aber auch eine Metapher auf unseren Weg in den Tod. Beim geistlichen Müdewerden hilft das Beten, das bewußte Sich-hinwenden zu Gott. Das Bewußtsein vorhandener Gefahren hält wach und schützt vor Müdigkeit. Auch stete Übung (Training) in geistlichen Dingen lässt uns, wie beim körperlichen Üben, bald immer weniger ermüden. Auch im Geistigen kann man sich eine gewisse "Fitness" aneignen.
Dass hier Paulus von Ernten spricht, hat nicht eine plötzlich artikulierte Werkgerechtigkeit als Hintergrund, sondern die Wortwahl ist sorgfältig (wie meist bei Paulus). Bei einer Ernte ist wohl ein schöner Anteil an Arbeit durch den Bauern zu registrieren, aber weit mehr sind hier Dinge berührt, die weit über das bäuerliche Wirken hinausreichen. Und ich glaube, dies hatte der Apostel im Blick. Das Charakteristische bei der Ernte ist, dass mehr dabei herauskommt, als vorher an Saatgut verwendet wurde. Das ist ein neben der Qualität des Bodens, dem Wetter und manch anderer Einflüsse, ein Bild dafür, dass auch neben dem, was wir tun, noch viele andere Dinge notwendig sind, um eine Ernte, ein Mehr-als-zuvor, zu erzielen. Es ist das Bild über die Wirkung göttlichen Segens.
Paulus verknüpft es mit einer Bedingung; man darf nicht nachlassen. Und das meint im Blick auf Christus: Unter (absolut) keinen Umständen von Gott weichen, in allen Fällen des Seins unerschütterlich treu an Christus zu bleiben,, alle verfügbaren Kräfte aufwenden, alles einsetzen. Dann, und nur dann, zeigt sich das Ergebnis und hat auch Ewigkeitsbestand. Wir tun, was Gott gefällt, und er schafft, was uns Seligkeit, Herrlichkeit, ewigen Gewinn bringt.
Wirken des Geistes - 1. Korinther 12; 7
"In einem jeden offenbart sich der Geist zum Nutzen aller."
Die Aussage, die hier wohl die meisten verstören dürfte, ist für Paulus nicht einfach im Bereich der Möglichkeiten, sondern er hält sie offenbar für selbstverständlich: In einem JEDEN offenbart sich der Geist! Nun ist damit nicht gemeint, dass der Heilige Geist so etwas wie eine "Massenware" ist, sondern, dass sich dort, wo dem Geiste Gottes Raum gegeben wird, wo er ein Betätigungsfeld in einer Seele findet, er sich in und an und durch diese Seele, wer immer es auch sei, in seiner ganzen göttlichen Wirkmächtigkeit offenbart. Keiner ist ausgeschlossen - in jedem wirkt er! Das sprengt die engen Grenzen des menschlichen Konfessionsdenkens ebenso, wie es Johannes tut, wenn er sagt, dass jeder Geist, der Jesus als den Christus bekennt, von Gott kommt, von Gott ist. Bei diesen Aussagen ist wenig Platz für Exklusivitätsgedanken der Art: "Gott und sein Geist wirken nur in uns!" Wer wollte Gott, dem Allvermögenden, auch vorschreiben, wo und durch wen er wirken und sich offenbaren darf? Dass er es dennoch nicht "wahllos" tut, liegt in ihm selbst begründet. Aber in einem für ihn und sein Wirken offenen Herzen kehrt er gerne ein und wird dabei nicht nach einer bestimmten Religions- oder Konfessionszugehörigkeit fragen. Der Heilige Geist ist nicht einfach "nur so da", sondern er offenbart sich, er ergründet Gottes eigene Tiefe und will die daraus resultierenden Erkenntnissen denen vermitteln, die ihm offen begegnen. Wievielmehr wird er das anstreben bei denen, die die Gabe des Geistes durch von ihm gesandte Apostel vermittelt bekommen haben! Diese Gewissheit muss keinen Exklusivitätsanspruch begründen. Aber der Geist wirkt nicht "einfach so vor sich hin", sondern er will Wirkungen erzielen. Der Heilige Geist arbeitet zielgerichtet; er wirkt das, was zu Gott, was zum ewigen Leben führt. Und damit ist er den Menschen, die sich seiner Wirksamkeit öffnen, von ewig bleibendem Nutzen. Gottes Geist ist das Einzige, das ALLEN nützt! Was offenbart er nun?
Der Heilige Geist offenbart in uns ein starkes Bedürfnis nach intensiver Kommunikation mit Gott, er bewirkt ein tiefgründiges Gebetsleben. Er treibt uns dazu, von dem zu reden, was wir mit Gott erlebt haben, was er an uns getan hat; er macht uns zu lebendigen Zeugen göttlicher Wahrheit. Der Heilige Geist stärkt den Glauben an Gott und Christus in uns. Er belebt in uns stets neu die Hoffnung auf die Wiederkunft Christi und lässt uns in dieser Hoffnung aktiv sein. Der Geist bewirkt und stärkt in uns eine umfassende Liebe zu Gott und zum Nächsten, die sich in Werken zeigt und messen lässt. Er schafft in uns immer neue, stets weiterführende Erkenntnis, die uns das Wesen Gottes offenbart, die Wahrheit in Christus erkennen lässt, und uns die sich daraus ergebenden Konsequenzen für unser Leben und Handeln aufzeigt. Der göttliche Geist lässt uns die ewigkeitsrelevanten Zusammenhänge klar sehen, und bewirkt dadurch eine ehrliche Reue über unsere Sünden, lässt uns nach aufrichtiger Buße streben und erkennen, dass wir lückenlos vergeben müssen, damit Gott an uns die volle Wirkung seiner Gnade entfalten kann. Der Geist ruft in uns ein starkes Sehnen nach der Gemeinschaft mit Gott in Christo hervor, die uns beständig in der Abndmahlsgemeinschaft bleiben lässt. Er offenbart nicht nur Wort Gottes, sondern auch unser Trachten, diesem Worte gemäß zu leben. Aber all diese Wirkungen zeigen sich eben nur dort, wo dem Geiste Raum gegeben wird, wo ER der Bestimmende ist.
Der Geist des Herrn WILL sich in uns offenbaren - Kann er das?? Der Geist des Herrn WILL allen zum Nutzen sein - Wollen wir das auch?? Wo wir alle danach streben, dass sich der Geist in uns offenbaren kann, dass wir durch das Wirken des Geistes Bruder und Schwester tragen, helfen, fördern, nutzen, da werden wir feststellen, dass lebendige Gemeinden sich zeigen, in denen man sich nicht nur wohlfühlt, sondern in denen man sich in seiner Seele, für seine Ewigkeitsbestimmung, immer weiter fortentwickeln kann. Gott wird dazu seine Hilfe, seinen Segen, seine Gnade geben und uns vollenden, zu sich ziehen und uns das ewige Leben geben, damit wir eine fortwährende, ewige, bleibende Gemeinschaft mir IHM und Christus haben können, in welcher ER uns dann "alles in allem" sein wird.
Die Aussage, die hier wohl die meisten verstören dürfte, ist für Paulus nicht einfach im Bereich der Möglichkeiten, sondern er hält sie offenbar für selbstverständlich: In einem JEDEN offenbart sich der Geist! Nun ist damit nicht gemeint, dass der Heilige Geist so etwas wie eine "Massenware" ist, sondern, dass sich dort, wo dem Geiste Gottes Raum gegeben wird, wo er ein Betätigungsfeld in einer Seele findet, er sich in und an und durch diese Seele, wer immer es auch sei, in seiner ganzen göttlichen Wirkmächtigkeit offenbart. Keiner ist ausgeschlossen - in jedem wirkt er! Das sprengt die engen Grenzen des menschlichen Konfessionsdenkens ebenso, wie es Johannes tut, wenn er sagt, dass jeder Geist, der Jesus als den Christus bekennt, von Gott kommt, von Gott ist. Bei diesen Aussagen ist wenig Platz für Exklusivitätsgedanken der Art: "Gott und sein Geist wirken nur in uns!" Wer wollte Gott, dem Allvermögenden, auch vorschreiben, wo und durch wen er wirken und sich offenbaren darf? Dass er es dennoch nicht "wahllos" tut, liegt in ihm selbst begründet. Aber in einem für ihn und sein Wirken offenen Herzen kehrt er gerne ein und wird dabei nicht nach einer bestimmten Religions- oder Konfessionszugehörigkeit fragen. Der Heilige Geist ist nicht einfach "nur so da", sondern er offenbart sich, er ergründet Gottes eigene Tiefe und will die daraus resultierenden Erkenntnissen denen vermitteln, die ihm offen begegnen. Wievielmehr wird er das anstreben bei denen, die die Gabe des Geistes durch von ihm gesandte Apostel vermittelt bekommen haben! Diese Gewissheit muss keinen Exklusivitätsanspruch begründen. Aber der Geist wirkt nicht "einfach so vor sich hin", sondern er will Wirkungen erzielen. Der Heilige Geist arbeitet zielgerichtet; er wirkt das, was zu Gott, was zum ewigen Leben führt. Und damit ist er den Menschen, die sich seiner Wirksamkeit öffnen, von ewig bleibendem Nutzen. Gottes Geist ist das Einzige, das ALLEN nützt! Was offenbart er nun?
Der Heilige Geist offenbart in uns ein starkes Bedürfnis nach intensiver Kommunikation mit Gott, er bewirkt ein tiefgründiges Gebetsleben. Er treibt uns dazu, von dem zu reden, was wir mit Gott erlebt haben, was er an uns getan hat; er macht uns zu lebendigen Zeugen göttlicher Wahrheit. Der Heilige Geist stärkt den Glauben an Gott und Christus in uns. Er belebt in uns stets neu die Hoffnung auf die Wiederkunft Christi und lässt uns in dieser Hoffnung aktiv sein. Der Geist bewirkt und stärkt in uns eine umfassende Liebe zu Gott und zum Nächsten, die sich in Werken zeigt und messen lässt. Er schafft in uns immer neue, stets weiterführende Erkenntnis, die uns das Wesen Gottes offenbart, die Wahrheit in Christus erkennen lässt, und uns die sich daraus ergebenden Konsequenzen für unser Leben und Handeln aufzeigt. Der göttliche Geist lässt uns die ewigkeitsrelevanten Zusammenhänge klar sehen, und bewirkt dadurch eine ehrliche Reue über unsere Sünden, lässt uns nach aufrichtiger Buße streben und erkennen, dass wir lückenlos vergeben müssen, damit Gott an uns die volle Wirkung seiner Gnade entfalten kann. Der Geist ruft in uns ein starkes Sehnen nach der Gemeinschaft mit Gott in Christo hervor, die uns beständig in der Abndmahlsgemeinschaft bleiben lässt. Er offenbart nicht nur Wort Gottes, sondern auch unser Trachten, diesem Worte gemäß zu leben. Aber all diese Wirkungen zeigen sich eben nur dort, wo dem Geiste Raum gegeben wird, wo ER der Bestimmende ist.
Der Geist des Herrn WILL sich in uns offenbaren - Kann er das?? Der Geist des Herrn WILL allen zum Nutzen sein - Wollen wir das auch?? Wo wir alle danach streben, dass sich der Geist in uns offenbaren kann, dass wir durch das Wirken des Geistes Bruder und Schwester tragen, helfen, fördern, nutzen, da werden wir feststellen, dass lebendige Gemeinden sich zeigen, in denen man sich nicht nur wohlfühlt, sondern in denen man sich in seiner Seele, für seine Ewigkeitsbestimmung, immer weiter fortentwickeln kann. Gott wird dazu seine Hilfe, seinen Segen, seine Gnade geben und uns vollenden, zu sich ziehen und uns das ewige Leben geben, damit wir eine fortwährende, ewige, bleibende Gemeinschaft mir IHM und Christus haben können, in welcher ER uns dann "alles in allem" sein wird.
Montag, 10. Mai 2010
Beharren bis ans Ende macht selig - Gedanken zu Markus 13; 13
Sehr häufig wird dieses Wort so verstanden und auch so ausgelegt, als solle damit eine Art "jesuanische Durchhalteparole" vermittelt werden, denn der Wortlaut fordert ja dazu auf, durchzuhalten, nicht nachzulassen, fest zu bleiben. Dazu lassen sich dann auch allerlei "christliche Eigenschaften" finden, in denen man nach Möglichkeit beharren soll. Und es ist nun auch nichts dagegen einzuwenden, dass wir an unserem Glauben an den einen Herrn und Heiland Jesus Christus unbeirrbar festhalten. Es gibt kein Argument gegen ein eisernes Festhalten an der Hoffnung auf die Gnade unseres Gottes, ebensowenig wie gegen ein unbedingtes Festbleiben in der Liebe zu Gott und zum Nächsten. Auch ein unablässiges Bleiben im Gebet ist durchaus erstrebenswert. Hier liesse sich nun die Reihe der Tugenden und Eigenschaften, in denen wir beharrlich sein sollen, beliebig lange fortsetzen. Gleichwohl wird hierdurch das Wort vollkommen aus dem Kontext, aus dem Sinnzusammenhang, gerissen und einfach auf alle möglichen anderen Dinge angewandt. Das mag legitim sein, geht aber an dem, was Jesus damit sagen wollte, auf ganzer Breite und in der gesamten Tiefe absolut vorbei.
Christus kündigt seinen Jüngern an, dass man sie vor Gerichte zerren und verurteilen wird. Er prophezeit ihnen, dass man sie in Synagogen mißhandeln und foltern wird, dass sie vor Herrschern und (ungerechten) Richtern um seinetwillen werden auftreten müssen. Und speziell für diesen Fall sagt er ihnen: "(...) Sorgt euch nicht vorher, was ihr reden sollt; sondern was euch in jener Stunde gegeben wird, das redet." (vgl. Markus 13; 11)
*[Wie oft schon haben dieses Wort Predigende auf SICH angewandt?! - Dass man sich bei Vorbereitung und Predigt auf den HERRN und seinen Heiligen Geist verlässt, ist richtig und löblich, aber hat mit diesem Wort nicht das Geringste zu tun. Und wie manches Mal merkt man der Predigt die "Sorglosigkeit" des Predigers dann doch allzusehr an.]
Christus kündigt den Anfang der Wehen, die große Bedrängnis an, die seiner Wiederkunft vorausgehen wird. Konkret sagt er, dass sich Brüder gegenseitig dem Tode preisgeben - also verraten - werden, und dass sich Kinder gegen die Eltern, Väter gegen Söhne und umgekehrt, empören werden, dass sie helfen werden, den jeweils anderen zu töten. Also Verrat und Hass und Mord sogar im Kreis der Familie - das Ende aller Sicherheit. Doch dann fügt er hinzu: Und wer dennoch bis zum Ende (also bis zu seiner Wiederkunft) standhält, beharrt, (seinen Glauben eben nicht fortwirft, seine Hoffnung nicht fahren lässt, trotzdem in der Liebe bleibt ...), der wird selig, dem ist Heil und Glückseligkeit sicher. Und das Heil wird darin bestehen, dass Gott und Christus ihrerseits an ihm, diesem so Beharrlichen, festhalten werden.
Es geht also nicht darum, in irgendwelchen christlichen Tugenden sich vertiefend zu bewähren, sondern unter aller Anfechtung, in der größten Not und Bedrängnis, unter der Abwesenheit jeglicher nur denkbarer Sicherheit, in einem Abgrund aus Hass, Verrat und Hinterhältigkeit, wo jeder gegen jeden ist, dennoch an seinem Gott und dem von ihm gegebenen Liebesgebot unbeirrt festzuhalten, nur getragen von der Verheißung, dass Gott uns dann selig werden lässt, nur auf die Zusage hin, dass der Ewige sich letztlich zu uns bekennen wird. Das ist wohl die größte Herausforderung, der wir in unserem Glauben entgegengehen. Darum sollten wir dieses Wort sehr ernst ansehen, es in uns bewegen, uns von ihm bewegen lassen, und Gott herzlich bitten, dass er uns die Kraft für diese große Beharrlichkeit dann verleihen möge. Wenn wir uns in die von Jesus geschilderten Zusammenhänge einmal richtig vertiefen und einsenken, dann mag ein Schauer über unseren Rücken gehen, weil wir immer mehr befürchten, diesen Anforderungen letztlich nicht gewachsen sein werden. Aber er hat uns ja auch fest zugesagt, dass er bei uns sein und bleiben wird, bis das Ende kommt. Und die Kraft seines Heiligen Geistes kann uns so sehr in die engste Verbindung mit dem Vater im Himmel bringen, dass wir im Glauben in ihm aufgehen. Und dann wird uns nichts unmöglich sein.
© urs-leo
Christus kündigt seinen Jüngern an, dass man sie vor Gerichte zerren und verurteilen wird. Er prophezeit ihnen, dass man sie in Synagogen mißhandeln und foltern wird, dass sie vor Herrschern und (ungerechten) Richtern um seinetwillen werden auftreten müssen. Und speziell für diesen Fall sagt er ihnen: "(...) Sorgt euch nicht vorher, was ihr reden sollt; sondern was euch in jener Stunde gegeben wird, das redet." (vgl. Markus 13; 11)
*[Wie oft schon haben dieses Wort Predigende auf SICH angewandt?! - Dass man sich bei Vorbereitung und Predigt auf den HERRN und seinen Heiligen Geist verlässt, ist richtig und löblich, aber hat mit diesem Wort nicht das Geringste zu tun. Und wie manches Mal merkt man der Predigt die "Sorglosigkeit" des Predigers dann doch allzusehr an.]
Christus kündigt den Anfang der Wehen, die große Bedrängnis an, die seiner Wiederkunft vorausgehen wird. Konkret sagt er, dass sich Brüder gegenseitig dem Tode preisgeben - also verraten - werden, und dass sich Kinder gegen die Eltern, Väter gegen Söhne und umgekehrt, empören werden, dass sie helfen werden, den jeweils anderen zu töten. Also Verrat und Hass und Mord sogar im Kreis der Familie - das Ende aller Sicherheit. Doch dann fügt er hinzu: Und wer dennoch bis zum Ende (also bis zu seiner Wiederkunft) standhält, beharrt, (seinen Glauben eben nicht fortwirft, seine Hoffnung nicht fahren lässt, trotzdem in der Liebe bleibt ...), der wird selig, dem ist Heil und Glückseligkeit sicher. Und das Heil wird darin bestehen, dass Gott und Christus ihrerseits an ihm, diesem so Beharrlichen, festhalten werden.
Es geht also nicht darum, in irgendwelchen christlichen Tugenden sich vertiefend zu bewähren, sondern unter aller Anfechtung, in der größten Not und Bedrängnis, unter der Abwesenheit jeglicher nur denkbarer Sicherheit, in einem Abgrund aus Hass, Verrat und Hinterhältigkeit, wo jeder gegen jeden ist, dennoch an seinem Gott und dem von ihm gegebenen Liebesgebot unbeirrt festzuhalten, nur getragen von der Verheißung, dass Gott uns dann selig werden lässt, nur auf die Zusage hin, dass der Ewige sich letztlich zu uns bekennen wird. Das ist wohl die größte Herausforderung, der wir in unserem Glauben entgegengehen. Darum sollten wir dieses Wort sehr ernst ansehen, es in uns bewegen, uns von ihm bewegen lassen, und Gott herzlich bitten, dass er uns die Kraft für diese große Beharrlichkeit dann verleihen möge. Wenn wir uns in die von Jesus geschilderten Zusammenhänge einmal richtig vertiefen und einsenken, dann mag ein Schauer über unseren Rücken gehen, weil wir immer mehr befürchten, diesen Anforderungen letztlich nicht gewachsen sein werden. Aber er hat uns ja auch fest zugesagt, dass er bei uns sein und bleiben wird, bis das Ende kommt. Und die Kraft seines Heiligen Geistes kann uns so sehr in die engste Verbindung mit dem Vater im Himmel bringen, dass wir im Glauben in ihm aufgehen. Und dann wird uns nichts unmöglich sein.
© urs-leo
Buchtipp
Mein Buchtipp kann eine Ausnahme bleiben, er kann
aber auch zu einer regelmäßigen Einrichtung werden.
Das wird die Zukunft zeigen.
"Dienstanweisung für einen Unterteufel"
von C. S. Lewis, erschienen z.B. als
Taschenbuch (19. Auflage) bei Herder.
ISBN: 3-451-05102-8 \ Preis: €8,95
Zum Inhalt:
Wormwood, ein junger Unterteufel, erhält Briefe von
seinem Onkel Screwtape, der zugleich sein Vorgesetzter
ist. In diesen Briefen gibt ihm der erfahrene Mitarbeiter
des Höllenfürsten Tipps und Hinweise, wie er den in seine
Verantwortung gegebenen Menschen zur Sünde und zur Abwendung
von Gott bringen kann. Es werden Warnungen ausgesprochen,
welche seiner eigenen Verhaltensweisen kontraproduktiv sein
könnten, und Ratschläge erteilt, wie er dem Göttlichen wirksam
begegnen kann, um die beeinflusste Seele für die Hölle und
Verdammnis zu sichern.
Das Buch ist höchst amüsant zu lesen und zeigt dabei
tiefgründig, in welche geistlichen Fallen wir Menschen
immer wieder neu tappen. Dabei ist die Sprache der
Teufel geradezu unheimlich nahe an der Terminologie,
die uns aus Kirchen und Gottesdiensten (dort aber
unter umgekehrten Vorzeichen) so bekannt ist.
Es ist kein "neues" Werk, denn C. S. Lewis hat es
bereits während des Zweiten Weltkrieges, 1942,
geschrieben. Doch von seiner Aktualität hat das Buch
bis heute nichts eingebüßt.
Der Autor:
Clive Staples Lewis wurde am 29.11.1898 in Belfast geboren.
Er lehrte am Magdalen College in Cambridge. Sein Lehrstuhl
galt der Englischen Literatur des Mittelalters und der
Renaissance. Lewis war befreundet mit J.R.R. Tolkien und
ist einem breiten Publikum durch sein großartiges Fantasywerk
"Die Chroniken von Narnia" bekannt. Er hat eine ansehnliche Zahl
von weiteren Büchern veröffentlicht.
C.S. Lewis starb am 22.11.1963 in Oxford.
aber auch zu einer regelmäßigen Einrichtung werden.
Das wird die Zukunft zeigen.
"Dienstanweisung für einen Unterteufel"
von C. S. Lewis, erschienen z.B. als
Taschenbuch (19. Auflage) bei Herder.
ISBN: 3-451-05102-8 \ Preis: €8,95
Zum Inhalt:
Wormwood, ein junger Unterteufel, erhält Briefe von
seinem Onkel Screwtape, der zugleich sein Vorgesetzter
ist. In diesen Briefen gibt ihm der erfahrene Mitarbeiter
des Höllenfürsten Tipps und Hinweise, wie er den in seine
Verantwortung gegebenen Menschen zur Sünde und zur Abwendung
von Gott bringen kann. Es werden Warnungen ausgesprochen,
welche seiner eigenen Verhaltensweisen kontraproduktiv sein
könnten, und Ratschläge erteilt, wie er dem Göttlichen wirksam
begegnen kann, um die beeinflusste Seele für die Hölle und
Verdammnis zu sichern.
Das Buch ist höchst amüsant zu lesen und zeigt dabei
tiefgründig, in welche geistlichen Fallen wir Menschen
immer wieder neu tappen. Dabei ist die Sprache der
Teufel geradezu unheimlich nahe an der Terminologie,
die uns aus Kirchen und Gottesdiensten (dort aber
unter umgekehrten Vorzeichen) so bekannt ist.
Es ist kein "neues" Werk, denn C. S. Lewis hat es
bereits während des Zweiten Weltkrieges, 1942,
geschrieben. Doch von seiner Aktualität hat das Buch
bis heute nichts eingebüßt.
Der Autor:
Clive Staples Lewis wurde am 29.11.1898 in Belfast geboren.
Er lehrte am Magdalen College in Cambridge. Sein Lehrstuhl
galt der Englischen Literatur des Mittelalters und der
Renaissance. Lewis war befreundet mit J.R.R. Tolkien und
ist einem breiten Publikum durch sein großartiges Fantasywerk
"Die Chroniken von Narnia" bekannt. Er hat eine ansehnliche Zahl
von weiteren Büchern veröffentlicht.
C.S. Lewis starb am 22.11.1963 in Oxford.
Mittwoch, 5. Mai 2010
Über das Gebet
"Jeder bekümmerte, gebeugte und leidende Mensch kann nur
im Gebet Trost finden!" - das ist ein sehr, sehr wahrer Satz.
Aber auf dieses eine muß man doch wohl achten:
Wir gewöhnlichen Menschen bitten Gott,
er möge ein Ende mit den Leiden machen
und uns bessere Zeiten schicken, -
so finden wir Trost im Gebet.
Dagegen bittet der Wahrheitszeuge Gott,
er möge ihn stärken, damit er im Leiden aushalten könne:
er also betet sich in das Leiden immer tiefer hinein.
Je innerlicher er betet, desto mehr nähert er sich Gott,
und desto mehr setzt er sich im Leiden fest.
Hast du Mut, so zu beten?
(aus "Tagebuch" von Sören Kierkegaard)
im Gebet Trost finden!" - das ist ein sehr, sehr wahrer Satz.
Aber auf dieses eine muß man doch wohl achten:
Wir gewöhnlichen Menschen bitten Gott,
er möge ein Ende mit den Leiden machen
und uns bessere Zeiten schicken, -
so finden wir Trost im Gebet.
Dagegen bittet der Wahrheitszeuge Gott,
er möge ihn stärken, damit er im Leiden aushalten könne:
er also betet sich in das Leiden immer tiefer hinein.
Je innerlicher er betet, desto mehr nähert er sich Gott,
und desto mehr setzt er sich im Leiden fest.
Hast du Mut, so zu beten?
(aus "Tagebuch" von Sören Kierkegaard)
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